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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 104

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 104)
Language
German
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IRI
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kenntniss, die wahre Glückseligkeit1) des Menschen nach M. ausmacht, haben Genüsse und Güter anderer Art, als Zweck betrachtet, nur einen scheinbaren Werth. Als Scheingüter (טובות מדומות) erweisen sie sich, wenn sie, wie nicht selten vorkommt, dem Menschen zum Verderben gereichen, wie die Philosophen denn auch von scheinbaren Uebeln (צרות מדומות׳ ■רעות מדומות) mit Recht sprechen, da dieselben oft gerade äusseres Wohlbefinden, tugendhaftes Leben und ewige Wohlfahrt (הטובה הנצחית) begründen 2). Behalten wir die wahre Glück- Seligkeit nur stets im Auge, so erklären sich uns manche Lehren in Schrift und Tradition als Ermahnungen zu besonnener Mässigung in Freud und Schmerz 3). IV. Es giebt aber überhaupt kein Gut nach M. und keine Tugend, welche in gleichem Range mit dem Gebiete der Erkenntniss und vollends mit der Gotteserkenntniss steht4). Aeltere und neuere Philosophen, sagt M.5), haben vier Arten menschlicher Vollkommenheit unterschieden 6). 1. Vollkommenheit des äussern Besitzes. Dieselbe hat keinen Zusammenhang mit der betheiligten Person selbst, da dieser Besitz ihr rein äusserlich ist und ein von ihr unabhängiges Dasein hat. Der äussere Besitz ist vergänglich und macht den Menschen selbst nicht vollkommner 7). 2. Vollkommenheit des Körpers, z. B. ein äusserst masshaltendes Temperament, proportionirte und kräftige Glieder. Auch diese Art von Tüchtigkeit darf nicht zum Lebenszweck gemacht werden; denn sie kommt nicht dem Menschen als solchen zu, wird bei manchen *) סעאדה ^חקיקיה^ Tibb.: ההצלחה האמתית^ {Perak. v; Mor. in, 23 und sonst) ist die Uebersetzung der Aristotelischen euSaipiovta oder nach NE. X, 7 xsAeia eu$a1p.ov1a. 2) Sendschreiben an Sultan Almalik in Ker. chem. III, S. 23. 3) Zu Mischnah Berach. IX, 5 Anf. 4) Vgl. oben S. 39. 5) Mor. III, 54. 6) arist. NE. I, 8 und Pol. VII, 1 unterscheidet nur dreierlei Güter; allein NE. X, 7 und 8 erklärt er die theoretische Thätigkeit für glückseliger als die Ausübung ethischer Tugenden. Das gab wohl Späteren den Anlass, die «Seelengüter» (xa ׳itepl tyuyjiv, xd iv ׳r7j ^uyf! aya^a) des A. in praktische und theoretische zu theilen, so dass sich ihnen vier Arten von Vollkommenheiten (dpexod) ergaben. 7) Vgl. ibn gebieol im Mibchar happen. §. 43, S. 49 ed. Philippowski: בני העזוב נפשך רש ואם תהיה עשיר׳ מפני שאתה נפרד מן העשר und bachja Hpfl. iv, 5 s. 243.

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