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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 100

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 100)
Language
German
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96 gegen die Auseinandersetzung in der Einleitung zu Äbot einen Wider- Spruch darin nicht finden, dass M. an einer andern Stelle die auf dem Wege der Selbstbeherrschung errungene vollendete Tugend, in der schliesslich Neigung und Pflicht zur Einheit gelangt sind, nach talmudischen Aussprüchen höher als die ohne schweren Kampf erlangte stellt1). Zweites Capitel. Die Lehre vom höchsten Ghit. Die Lehre vom höchsten Gut hat M. in den uns noch übrigen Abschnitten der Einleitung zu Abot sowie in anderen Theilen seiner Schriften behandelt. Wir sind dadurch in den Stand gesetzt, zuerst Begriff und Wesen des höchsten Gutes nach M. festzustellen, sodann die Bedingungen zur Erlangung des_selben, ferner die Stufen in dessen Erreichung und endlich die annähernde Verwirklichung des höchsten Gutes oder das glückselige Leben in seinen wesentlichen Zügen nach M. darzulegen. A. Begriff und Wesen des höchsten Gutes. Der Begriff des höchsten Gutes wird von M. schon in früheren Stücken seines MiscJmali-Commentars erörtert. Er leitet denselben in verschiedener Weise ab, je nach dem gegebenen Anlasse und Ausgangspunkte seiner Untersuchung. ״ I. Die Besprechung einer Talmud-Stelle 2) in der Einleitung zum Mischnah-Commentar führt M. durch folgenden Gedankengang zur Be- Stimmung des höchsten Gutes. Schon die älteren Philosophen3) lehren, Alles in der Welt habe *) S. oben S. 92 und A. 3 u. 4 daselbst. 2) Oben S. 5, A. 3 angegeben. 3) In alcharisFs Uebersetzung: 01 הקדמונים TtttXatoi, 01 apyaioi. Es scheint damit SOKRATES (bei XENOPHON, Memor. I, 4 und IV, 3) vielleicht combinir׳t mit den Stoikern (s. zeller, Phil. d. Gr. III2, 1 S. 158 nebst A. 2 und 3) bezeichnet zu sein, freilich mit denjenigen Veränderungen, welche diese dem M. indirect zugegangenen Anschauungen auf ihrem Wege angenommen. Dahin gehört der mit Nachdruck ausgesprochene Unterschied zwischen Menschenwerken und Natur* dingen, der bei xenoph. a. a. 0. I, 4 nur angedeutet ist; ferner die Einschränkung auf die sublunarische Welt, während dem sokrates auch die Gestirne zum Nutzen

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