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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 96

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 96)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720961--095-2723037
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Ö2 Schnittes von der Bekehrung stelltJ) und dessen Bedeutsamkeit dadurch bekundet; wenn er ferner die Wichtigkeit der öffentlichen Ermahnung für die Selbstprüfung und Besserung der Menschen betont, die Propheten als Muster dafür anführt und es als Pflicht jeder Gemeinde darstellt, einen überragenden, gereiften, von Jugend an gottesfürchtigen und unter den Menschen beliebten Gelehrten zum öffentlichen Lehrer undErmahner zur Busse anzustellen2); wenn ihm die Selbstüberwindung des Bekehrten dessen frühere Verirrung reichlieh aufzüwiegen scheint, er ihn in dieser Hinsicht höher stellt als den nie der Sünde Anheimgefallenen3) und die etwaigen Vorwürfe fühlloser Mensehen wegen der Vergeben früherer Zeit ihm gewissermaszen zum Ruhme anrechnet, weil er ja eben durch so rühmliche Ueberwindung zu vollendeter Tugend gelangt sei4); wenn M. den Versöhnungstag eine Einsetzung nennt, dazu bestimmt, den Gedanken der Busse und Bekehrung zu lehren5), diesen aber für sehr wichtig erklärt, weil die Möglichkeit der Bekehrung den Menschen zur Besserung antreibe, deren Unmöglichkeit aber ihn im Bösen zu verharren bestärke oder noch tiefer sinken lasse6); wenn er endlich den gesetzlichen Posaunenschall am jüdischen Neujahrsfeste als einen Aufruf zum Erwachen aus dem Schlafe sittlicher Bewusstlosigkeit und Erschlaffung sehr schön deutet7), — überall also die Erkenntniss eigner Schuld als einen heilsamen Ausgangspunkt des sittlichen Fortschritts ins Auge fasst und hervorhebt. C. Die vollendete Tugend und die Selbstbeherrschung8). Die Tugendlehre des M. findet ihren Abschluss in der Feststellung des Verhältnisses zwischen Neigung und sittlichem Handein. Hinsichtlich dieser in der neuern Philosophie von KANT in verneinendem Sinne entschiedenen Frage tritt M. der Ansicht des ') Tesch. I, 1. ף Das. IV, 2. s) Das. VII, 4; vgl. Mor. HI, 36. 4) Tesch. VII, 8. 6) Mor. III, 43. *) Mor. III, 36. י) Tesch. III, 4; Mor. III, 43. - 8) Die Ueberscbrift des bier leitenden sechsten Abschnittes der Eiril. zu Abot lautet: «Ueber den Unterschied zwischen dem Tugendhaften und dem sich Beherrschenden.» tibbon hat den letztem Begriff durch zwei geläufige hebräische Ausdrücke wiedergegeben:הכובש את יצרו והמושל בנפש ן•

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