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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 87

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 87)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720961--086-2723028
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83 4. Die sittlichen Tugenden und Laster ־־־ heisst es weiter im vierten Abschnitte der Einleitung zu Äbot — werden zum festen Besitze der Seele erst, wenn die ihnen entsprechenden Handlungen längere Zeit hindurch wiederholt worden sind und zur Gewohnheit sich gestaltet haben1). Aus guten Handlungen ergiebt sich eine Tugend, aus bösen ein Laster2). Weit entfernt, angeboren zu sein, sind die Tugenden und Laster vielmehr Erzeugnisse und Quellen einer Handlungsweise, die unter dem Einflüsse von Verwandten und Volksgenossen in dem Einzelnen zur Herrschaft gelangt 3). Dieselbe kann die richtige Mitte ein״ halten, kann aber auch nach der Seite des Uebermaszes oder des Mangels ausschreiten 4) und einen krankhaften moralischen Zustand entwickeln, der durch ein richtiges Heilverfahren beseitigt werden muss 5). II. Nach diesen auf das moralische Heilverfahren führenden Vorbemerkungen, die uns zugleich zur Vervollständigung des Maimoniäisehen Tugendbegriffes gedient haben, spricht sich M. nun über das moralische Heilverfahren selbst folgendermaszen aus: 1. Der krankhafte Zustand im. sittlichen Gebiete muss nach den Regeln der allgemeinen Heilkunde behandelt werden. Hat nämlich ein Körper seinen regelmässigen Zustand verloren, so muss ermittelt werden, nach welcher Seite er neigt und so lange die entgegengesetzte Richtung erzwungen werden, bis der richtige Zustand wieder bergestellt ist 6); dann aber beschränkt sich die Behandlung auf die bleibende auf die von M. genannte Stelle 5. Mos. 28, 9 bezogen, deren Aehnlichkeit M. in Beot I, 5. 6 irre geleitet bat. Richtig aber sind die ähnlichen Auslegungen im B. d. Ges., Geb. 8 angeführt, wo die erste aus Sifre zu der dort angegeb. Stelle und die zweite aus Sota, 14a entnommen ist; hiernach sind die Angaben in Ed. Berl. zu berichtigen. 1) In anderer, aber verwandter Weise sagt R. huna (Sota 22 a): ביון שעבר אדם עברה ושבה בה הותרה לו• 2) Vgl. Beot I, 2. 7 und oben S. 64 f.; ferner zu Abot II, 4 und III, 15. — arist : NE. II, 1—8 und in den oben S. 65, A. 1 angeführten Stellen. ף Vgl. Beot I, 2; VI, 1. 4) Tibbon nach Cod. 73:ואפשר שיהיו מיוחיר׳וח או הסוריות כמו שספרנו• 5) Dasselbe ohne Metapher in Beot I, 8. 6) Medicinisch aufgefasst wäre dies der auf hippokrates zurüekgefuhrte Grundsatz: Contraria contrariis. S. dess. Aphorism. II, 22; vgl. De ,natura hum. c. 18; ferner Be flätibus c. 2, wo der allgemeine Satz vorkommt: xa evavxCa t<5v evavt(ü>v Iotiv ir\paL1a״ e*

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