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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 85

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 85)
Language
German
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…/2720904-2720961--084-2723026
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81 Aufwand zwischen der Schäbigkeit und der geschmacklosen Prunksucht 1)ן die San ftmuth zwischen der Zornhaftigkeit2) und Unempfindlichkeit, die Scham zwischen der Frechheit und Blödigkeit3) und so die anderen Eigenschaften*, wenn die Sache nur verstanden wird, so müssen nicht durchaus herkömmliche Benennungen zur Yerfügung stehen4). 2. Die Leute jedoch, fährt M. fort, irren zuweilen in der Erkenntniss der richtigen Mitte und halten eines der Extreme, bald das Zuviel, bald das Zuwenig, für eine Tugend. So wird einerseits die Tollkühnheit als Tapferkeit gepriesen 5), andererseits der U nempfindliche für sanftmüthig, der Arbeitsscheue für genügsam, der Stumpfsinnige für mässig gehalten. Aus gleichem Irrthum hält man die Verschwendung und die Prunkliebe für gut. Allein es kann schlechterdings nur das Mittelmasz als Tugend gelten 6). 8. Fragen wir nun weiter, was uns zur sicheren Erkenntniss jener richtigen Mitte in allen Fällen leite, so sind wir in der mehr den philosophischen Standpunkt vertretenden Einleitung zu Abot lediglich auf die im ersten und zweiten Abschnitte derselben gegebene psycho- *) Dieses Beispiel steht bei pococke vor dem der Genügsamkeit, fehlt ganzlieh in Cod. 78 und steht in S. N. Ar. B 11m zwei Stellen früher. Die Unzulänglichkeit der Tibbon’schen Uebersetzung entschuldigt derselbe mit dem Mangel passender hebräischer Ausdrücke und sucht derselben durch eine Erklärung naehzuhelfen: ומפני שאין למרוח האלה והוא הקצה הראשון• Jedoch scheint er die den Aristotelischen Ausdrücken »j.EYaX07Epe7reta, p.ixpo׳itpe1teta? chtstpo'itaXia oder ßavauata entsprechenden arabischen Worte nicht scharf genug aufgefasst zu haben. 2) Hierher gehört der ,בעל חמך *n b>eot I, 1. 3) Die erklärenden Worte, welche nach Cod. 78 lauten: ג5י' נראה מדברי ךץ״ל כך D שבייעזן ולזה סדרת י erweisen sich durch ihren Wortlaut als Tibbon’s eigne Zuthat zur Begründung seiner Wahl in den angewendeten Ausdrücken בשח פנים und ביישנות• 4) Tibbon nach Cod. 73: וכן שאר המרות לא יצטרכו על כל פנים לשמוח מונחים להם בהסכמה כשיהיו העניינים מובנים; nur habe ich das Wort לא nach dem Original bei pococke hinzugefügt. Zur Sache vgl. abist., NE. II, 7: icoXXa 0’ dcmv dvüjvupia. 5) Tibbon nach Cod. 78 und alt. Ausgg.: ישבחוהו בזה ויאמרו עליו שהוא גבור 6) Aehnlich auist., NE. II, 7 Ekle, xai £1.1ןך? oe ....; IV, 10: e<m £ ots .... und an vielen anderen Stellen. Vgl. auch Eud. E. II, 5 und HI, 7 Schl.; M. Mor. 1,9. Bei einer andern Stelle (NE. II, 8) sind sogar die Beispiele theilweise dieselben, wiewohl die Darstellung eine etwas verschiedene ist. 6

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