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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 84

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 84)
Language
German
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IRI
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80 ist z. B.1) die Massigkeit eine in der Mitte zwischen Zügellosigkeit und Stumpfheit sich haltende Handlungsweise. Die Massigkeit also gehört zu den guten Handlungsweisen und der sie ergebende Seelenzustand ist eine Tugend, während die Zügellosigkeit das erste, die völlige Stumpfheit dem Genüsse gegenüber das andere2) Extrem ist, beide entschieden verwerflich, und die zwei Seelenzustände, sowohl der übertriebene , aus dem sich die Zügellosigkeit ergiebt, wie der mangelhafte, der die Stumpfheit im Gefolge hat, beide zu den Fehlern in der Sittlichkeit gehören. Ebenso ist die Freigebigkeit in der Mitte zwischen Engherzigkeit und Verschwendung, die Tapferkeit zwischen Tollkühnheit und Feigheit, der fein scherzende Ton zwischen Possenreisserei und Plumpheit 3), die Freundlichkeit zwischen der Streitsucht und der Widerstandslosigkeit4), die Bescheidenheit zwischen dem Hochmuth und der Demuth, die Genügsamkeit zwischen der Habgier und der Arbeitsscheu5), der edle *) Die liier (Perdk. IV) gegebenen Beispiele bat M. zumeist dem aeistoteles (NE. II, 7; vgl. End. E. II, 3 und M. Mor. I, 20 ff.) entnommen. Eine Auswahl ist sodann in ortsgemässer kürzerer Fassung in Deot I u. II gegeben. — גוף טהור ist nach ed. princ. u. ed. Soncino statt לב טהור der spät. Ausgg. in Deot I, 1 zu lesen. 2) Hiernach ist auch in Deot I, 5 הקצה האחרון das Extrem des Zuwenig (eXXetdus bei Aristoteles) und הקצה הראשון das Extrem des Zuviel (uTcepßoXr) bei A.), wie denn auch Deot III, 1 לצל האחרון ganz deutlich ein Zuwenig bezeichnet. 3) Die der Tibbon’schen Uebersetzung beigefügte Erklärung: ופי* סלסןל ך,ןא מי שמתכבד כראוי ״ פחיתות הרבה וחרפה ist dem a*ab. Original zufolge falsch und kann nicht von Tibbon selbst herrühren. Die Reihe entspricht der Aristotelischen eikpa7tEXla, ßwpioXo^a, aypotxta (NE. II, 7). 4) Dieses Beispiel nur bei tibbon, dem hier ein etwas abweichender Urtext vorlag (s. oben S. 31, A. 2). ־— Die Ausdrücke קטלוג ינחת (s0 Ood. 73; in den Ausgg.: רכות הטבע <(קטרוג וקגטרגות sollen offenbar den Aristotelischen Adjectiven cptXo?, ousepfe xis xal , 06^x0X05 (בעל קטטח in Deot II, 7), apeaxos oder xoXa| entsprechen, wiewohl der Begriff der letzteren etwas verändert erscheint. Jedenfalls aber ist die zu tibbon beigefügte Erläuterung wiederum unrichtig und hat nicht ihn zum Verfasser, da sie in Ar. u. B. mit den Worten beginnt: רוצה לומר ברכות הטבע מה שקורין בלעז מולד״ה und nicht רצוני לומר, ■was die Abbreviatur ף״ל in den andern alten Ausgg. unentschieden lässt, während in den neuern Ausgg. die ersten vier Worte ganz fehlen. Das Fremdwort , wofür die neuern Ausgg. fälschlich אמול״ך haben, ist das altspanische mollidum, lat.: moMtudo. 5) Deot 11, 7 ist zu lesen: יעצב י ולא עצל ובטל ממלאכה die Ausgg. haben.

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