Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 52)
- Language
- German
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48 andere Vermögen der übrigen Wesen sind gleichnamig, aber wesentlieh verschieden von denen des Menschen, weil die Seele, als die Trägerin dieser Vermögen beim Menschen nicht dieselbe ist wie bei den anderen Geschöpfen — was manchen Philosophen entgangen und zu falschen Ansichten den Anlass gegeben hat 1). A. Der ernährende Theil der Seele umfasst siebenVermögen. Sie bewirken: I. die Aufnahme der Nahrung, II. deren Festhalten, III. deren Verdauung, IV. deren Ausscheidung, V. das Wachsthum, VI. die Fort- Pflanzung, VII. Scheidung der Säfte in nährende und auszustossende2). Be 7raaa ד) Xoyictix7 (/׳) afa#Y]T1x־/): De an. III, 10 Schl.), also einen besondern Theil der Seele nicht leicht bilden kann. Höchstens konnten Stellen bei A. wie De an. II, 2, 9: e2 Be aic&Yjaiv xat cpavxaatav xai ope£tv x. ׳t. X. zur Zählung der cpavxaata als besonderes Vermögen den mittelbaren oder unmittelbaren Anlass geben; nur ist in diesem Falle, wie in manchen anderen, alearabi dem maimonides der Gewährsmann, aus welchem, wie die folgenden Anmerkungen zeigen werden, M. hier noch Anderes entlehnt hat. Vgl. oben S. 8, A. 1. ף Vielleicht meint M. die aus solcher Gleichstellung gleichnamiger Begriffe hervorgegangene Verwechselung menschlicher Attribute mit den vermeintlichen Gottes, sowie des von irdischen Wesen Geltenden oder Ausgesagten mit dem, was für entsprechend in Gott, den geistigen Mittelwesen und den Sphären gehalten wird (Mor. I, 56. 52; II, 4 Anf. 7. 18 und sonst). 2) Die vier zuerst genannten Vermögen sind von bachja (Hpfl. II, 5, S. 111), theilweise auch von M. (Mor. I, 72) näher erklärt. Das richtige Verhältniss dieser vier zu den anderen erkennt man in der Gruppirung, welche schahrastani (II, p. 149 Haarbr.) aus den Aussprüchen des hippokrates mittheilt: Die Natur habe drei Kräfte: eine zeugende, nährende und erhaltende, und den dreien dienten vier andere Kräfte: die herbeiziehende (aufnehmende), die festhaltende, die verdauende und die abstossende. Noch genauer giebt abraham ibn daud (Dm. mm. I, 6, S. 25) dieses Verhältniss an: Die Pflanzenseele (נפש צומחת) habe drei herrsehende und vier dienende Verrichtungen. Die erste der herrschenden sei die Ernährung, ausgeübt von dem Ernährungsvermögen (הכח ר,ןן) und diesem dienten vier Verrichtungen: Aufnahme, Festhalten, Assimilation(!) und Ausscheidung, wozu die entsprechenden vier Kräfte (המושך והמחזיק והמעכל והדוחה) gehörten. - Hiernach hätte M. nur sechs Vermögen seinem «ernährenden Theile» zuweisen dürfen, da die ersten vier Vermögen die eigentliche Ernährung nach seiner eignen spätem Annahme (Mor. a. a. 0.) erschöpfen. Er hat an unserer Stelle die Assimilation, welche bachja (a. a. 0.), ibn daud und, wie es scheint, in späterer Zeit er selbst der Verdauungskiaffc (הכה המעכל) zugeschrieben, von derselben abgelöst und sonderbarer Weise, nach Einschiebung von zwei ganz verschiedenen Vermögen (Wachsthum und Fortpflanzung), am Schlüsse als siebente Kraft hinzugefügt, wodurch die scheinbare Siebenzahl des hippokrates zu einer wirklichen erhoben worden ist.