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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 50

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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46 beginne: es gebe drei Seelen: eine Naturseele, eine Lebensseele und eine G-eistesseele 1). — *) Diese Bemerkungen scheinen nur zur Erklärung der dem ersten Abschnitte von M. selbst gegebenen Ueberschrift (oben S. 45, A. 8) zu dienen, da hierauf erst die eigentliche Erörterung durch einige Worte eingeleitet wird. — Bekanntlich war die Annahme dreier Seelen nicht, wie M. zu besagen scheint, auf Hippokrates und die ärztlichen Schriftsteller beschränkt, sondern hat auch in PLATO (Jßep. IV. p. 486 B ff.) ihren philosophischen Vertreter gefunden, der die Denkkraffe (Xoyiotixov) in den Kopf, den Muth oder Eifer (Ou(j.oc) ins Herz oder in die Brust, das Begehrungsvermögen (e7udfop.7)Twc6v, auch cptX0^pTj{i.aT0v) in den Unterleib verlegt. galentjs — der ein von M. (28 יפרקי משה, p. 53 oder מאמל נגר נאלינוס in Eßbez II, p. 20 b ff.) mit Nachdruck ihm bestrittenes Hecht, auch in der Philosophie mit- Zureden, für sich in Anspruch nahm — erklärt sich im Wesentlichen für die Hippokratische und Platonische Lehre von substantiell verschiedenen drei Theilen der Seele (De Hipp. et PI. deer. I.1.). Hiernach hat M. in seinem ärztlichen Sendschreiben an Sultan Almalik (Ker. chem. III, p. 18) schon im eignen Sinne geändert, wenn er im Namen der Aerzte «Naturkraft,» «Seelen kraft,» «Geisteskraft» und nicht «Naturseele» u. s. w. sagt. — plotin sodann, der Vertreter des verjüngten Platonismus, nimmt bestimmter die Leber als Hauptsitz der Begierde an und. sagt: diese entstehe in dem sinnlichen Theile der Seele (cpuatc 5טבע daher יטביעיה Tibb.: טבעו *n Peralc. I); für eine eigenthümliche Aeusserung des Muthes (0u{xos) erklärt er den Zorn (ebenso כעס bei saadia u. AA. für Oojxos). — Dagegen widerspricht pobphyeius, der Schüler Plotin’s, der buchstäblichen Auffassung der Lehre von den Theilen der Seele. Nur verschiedene Kräfte seien zu unterscheiden, inwiefern ihr Verhältniss zum Leibe verschiedenartige Thätigkeiten bei ihrem an sich einheitlichen Wesen bewirke (Man vgl. hiermit die Worte M.’ in Peräk. I, Anf.). — ibn gebieol folgt ebenfalls Plato, indem er von drei Seelen, einer Naturseele (נפש טבעית)> einer Lebensseele (נפש חיונית) un<* einer Vernunffcseele (0 נפש משכלת(Ier נפש מדברת) spricht (Mekor chajim V, 13 ed. münk fol. 25b). — Aber schon saadia (JEm, VI, 2) hatte der einheitlichen Seele drei Kräfte verliehen (s. oben S. 10); aber bei ihm erscheinen die drei Platonischen Seelen als Kräfte der Einen Seele, deren Sitz das Herz sei. — Später führt abbaham b. chija die Annahme dreier Kräfte oder dreier Seelen einfach neben einander an, entscheidet sich selbst für die ersteren und giebt die drei Aristotelischen Seelenstufen (s. unten S. 47, A. 4) als seine Eintheilung (Hegj. han. fol. 11a). — Ebenso bezeichnet abeaham ibn esea die Aristotelischen «Theile» früher al3 Seelen (zu Köhel. 7, 3 und sonst), später als Kräfte (Jes. mor. VII); doch sagt er schon zu Koh. 7, 3 auch dazwischen «Se eien theile» (חלקי הנפשות)• Endlich schliesst sich abeaham ibn daud (JEJm. ram. I, 6, p. 23) ganz an Aristoteles und bekämpft die bei den Medicinern übliche Eintheilung ebenso wie M., aber aus einem andern Grunde. — M. endlich, der selbst später (Mor. HI, 12 g. E.) die Eintheilung der Aerzte mit der Hauptänderung annahm, dass er statt Seelen «Vermögen» setzte und darin sich ibn sina anschloss (s. münk zu Mor. I. 72, Anf.), entschied sich hier hoch für eine ganz andere Eintheilung, über die sogleich Näheres mitzutheilen sein wird.

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