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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 44

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720961--043-2722985
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40 heilsame Entwickelung vermitteln, um der Gesellschaft einen geregelten Zustand zu verbürgen 1 2). Die Kürze der Torah in ihren theoretischen Lehren und die Ausführlichkeit derselben in der Regelung des praktischen Lebens erklärt M. eben daraus, dass die körperliche Wohlfahrt, das Ziel des praktischen Lebens zwar geringer an innerem Werthe als das theoretische, aber eine unerlässliche Bedingung desselben sei und der Zeit nach vorangehen müsses). M. sieht in den Worten der Schrift : «Dass es uns wohlergehe alle Zeit» (5 Mos. 6, 24) einen Hinweis auf die theoretische Ent- Wickelung des Geistes, welche demselben die Unsterblichkeit sichere; in den dann (das.) folgenden Worten: «um uns am Leben zu erhalten wie an diesem Tage» eine Hindeutung auf die äussere Lebenserhaltung im gesellschaftlichen Verbände. Beide seien hiermit als das der mosaischen Offenbarung vorschwebende Ziel angegeben. Ebenso sagt M.3)’ von den Erzählungen der h. Schrift, sie hätten zum Zwecke, entweder eine religiöse Wahrheit zu bekräftigen oder zu einem Lebenswandel anzuleiten, der Unrecht und Gewalt völlig ausschliesst. Also auch in anschaulichen Beispielen ist das Ethische in der Offenbarungslehre nach M. vertreten. Zweites Capitel. Die Grenzgebiete der Ethik. Aus dem Vorstehenden ergiebt sich der Begriff der Ethik und deren Ort im System der Philosophie wie des offenbarten Gesetzes nach MAIMONIDES. Sehen wir zu, wie ihm zufolge die Ethik gegen die verwandten Disciplinen hin abzugrenzen sei. A. Die Ethik und Politik in ihrem gegenseitigen Verhältnisse hat M., wie wir bereits gesehen haben, so dargestellt, dass die Politik ף Aus dieser Verbindung der Ethik mit der Politik erklären sich die sonst im Zusammenhänge unverständlichen Worte: כדי שיהא שלם בגופן {Beot I, 4). — Dass die Ethik im Staatslehen ihre eigentliche Stelle habe, stammt schon aus der älteren Philosophie der Griechen, namentlich plato und Aristoteles. Vgl. auch S. 35, A. 3. 2) Vgl. Deot III, 3; Brief n. Jemen ed. holub S. 20. 3) Mor. III, 50.

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