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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 40

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720961--039-2722981
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36 Die Selbstleitung (Ethik) bestehe nun in der Aneignung edler Eigenschaften der Seele (המרוח הנכבדות) und Beseitigung schlechter Eigenschaften (המרות הפחותות) , wo solche vorhanden sind 1). Diese Eigenschaften sind Zustände (2 (תכונות), die in der Seele entstehen und allmählich zum festen Eigenthum (קנון)s) derselben werden. Durch diese werden die Handlungen bestimmt. Die Philosophen nennen die edlen Eigenschaften Tugenden (מעלות המרות), die schimpflichen nennen sie Laster (פחיתיות המרות). Die Handlungen, die von den edlen Eigenschaften herrühren, heissen gute; die von Lastern ausgehenden heissen böse. — Während also, sagt M. an einer andern Stelle * 4), im Gebiete des Nothwendigen «Wahr» und «Falsch» die herrschenden Kategorien sind und den Gegenstand der Vernunfterkenntniss bilden, sind «Gut» und «Böse» sittliche Begriffe, die nur Sache desMeinens und der Annahme5) sind, über die eine absolute Gewissheit durch Vernunft- Schlüsse oder Vernunfterkenntniss nicht möglich ist. Vor dem Sündenfall besass der Mensch natürlichen Verstand und Vernunftbegriffe•, aie sittlichen Kategorien Gut und Böse (טוב ורע) waren ihm fremd. Nur als ein vernünftiges Wesen konnte er überhaupt ein Gebot von Gott empfangen. Die Uebertretung desselben war eine Verletzung seiner vernünftigen Vollkommenheit und eben bei Gelegenheit dieser seiner Uebertretung, als er den Gelüsten seiner Einbildungskraft und den Eingebungen seiner sinnlichen Begierden folgte, erfuhr er die Grenze des sittlich Erlaubten und sank herab zur Beachtung und Erkenntniss der sittlichen Kategorien Gut und Böse, welche für Gott und für jedes absolute Vernunftwesen gar nicht gelten6). ') 2 •אם הם כבר הניעוה) Arab.: היאח Staate«. 3) Arab.: מלכה Heber Biäikoc; und!51? s. abist., Kateg., 8. *) Mor. l, 2. 6) המכורסמות »1מעוהוראת —T“ 3v80&a (s. 37,2)-, s. munk, Guide 11, p. 39,1. *) Vgl. abist. NE VI, 5, wo die Einsicht (cppoviqats) als die Denkkraft bezeichnet wird, in wiefern dieselbe die Wahrheit für das Handeln ermittele; sie sei die Tugend des 00§a<mx6v, d. h. des Vermögens auf dem Wege der Meinung das Rechte zu finden. — Das. VI, 7 sagt A.: «Weise» (uotpov),' d. h. was als höchste Wahrheit erkannt ist, sei für Alle Dasselbe; für «praktisch riehtig» (<pp6v1p.ov) hielten nicht alle Menschen denselben Gegenstand, und zwar, weil nicht Dasselbe für alle Menschen «gut» sei.

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