Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
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30 Harmonie der philosophischen Lehren, wie sie von den tüchtigsten Denkern geschaffen worden, mit den Worten der heiligen Schrift darzulegen, ist nach ihm die eigentliche Aufgabe der die religiöse Wahrheit betreffenden Forschungen 1). Diese Ansicht war es auch, welche Maimonides nach seinem eignen Berichte zu profanen Studien ursprünglieh geführt hat. Von Hause aus sei der Talmud allein Gegenstand seines Studiums gewesen. Den weltlichen Wissenschaften und der Philosophie habe er sich lediglich deshalb zugewendet, weil er sie als Hülfsmittel zur Erkenntniss der Gotteslehre betrachtete und diese durch sie verherrlichen wollte. Dadurch sei freilich seine Zeit und Kraft von seinem frühem Hauptfache, mehr als er Anfangs erwartet, abgezogen worden 2). D. Maimonides’ Schriften zur Ethik. Die Schriften, in denen MAIMONIDES seine ethischen Lehren niedergelegt hat, sind: I. Der Commentar zur Mischnah (1168 vollendet)3) an vielen einzelnen Stellen und in grösserem Zusammenhänge in manchen der dazu gehörigen Einleitungen 4). Hauptstücke der Ethik sind die Ein- ף Zu JBerach. IX, 5 Sehl. 2) Briefsammlung föl. 40b Brünn und Köbez I, föl. 12b. 3) Maimonides am Schlüsse seines Mischnah-Commentars, wo בן שלשים ושלש zu lesen ist. 4) Hierher gehören: a) die Einleitung zum Mischnah-Commentar ('פתיחת ןזו י המשנה gemeinlick הקרמה לסדר ■unrichtiger Weise genannt), hebräisch von jehudah alcharisi; b) Einleitung zu Sanhedrin X (י(פרק חלק hebräisch vom Arzte salomo B. JOSEPH ibn JAAKUB aus Saragossa (8. dessen Vorwort zur Uebersetzung des Commentars zu Baba hamma), den Talmuda.usgaben beigedruckt. God. 73 der Seminarbibliothek in Breslau (Cod. Saraval XXI) enthält eine andere Ueber־ setzung, wahrscheinlich von jehudah alcharisi, den (nach Steinschneider im Catal. Bodl. unt. «Moses Maimonides») Cod. Mich. 115 als Uebersetzer nennt; die in der ersten rabbinisehen Bibel (Ven. 1517) gegebenen dreizehn Glaubensartikel sind mit dieser Uebersetzung fast gleichlautend. Verschieden von diesen ist die Uebersetzung samuel ibn tibbon’s, aus der 1s. abrabanel die 13 Gl.-A. (in ראש אמנה Abschn. I.) mittheilt, aber im Ganzen nur zwei Uebersetzungen kennt, während, wie wir sehen, mindestens drei vorhanden sind. — Beide Einleitungen sind arabisch mit lat. Uebersetzung in pococke, Porta Mosis,\ Oxford 1655 abgedruckt.