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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 33

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720961--032-2722974
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29 ten Satz mit grossem Nachdrucke wiederholt: die Lehren der Philo- Sophie und die Aussprüche unserer Propheten und Weisen könnten darum keinen Widerspruch enthalten, weil sie ursprünglich dieselben seien. Nicht umsonst heisse die jüdische Nation «ein weises und einsichtiges Volk» (5. Mos. 4, 6). Die nachträglich in unsere Kreise von aussen her eindringenden Lehren der Philosophie seien nur scheinbar unserer Religion fremd, und dies, weil sie den inzwischen unwissend Gewordenen nicht mehr bekannt waren. In Wahrheit verhielte sich die Sache folgendermassen1). Israel sei ehemals, in seiner Blüthezeit, im Vollbesitze der Wissenschaften und der Philosophie gewesen. Druck und Verfolgung hätten der Nation mit anderen Gütern auch diesen Geistesschätz geraubt 2), und da schriftliche Aufzeichnungen der traditionellen Halachah und vollends der metaphysischen Wahrheiten für unzulässig gegolten, so sei der Verlust bis auf wenige mündlich erhaltene Einzelheiten unvermeidlich gewesen. Dazu seien diese geringen Reste nicht in der Form klarer, zusammenhängender Lehren überliefert worden, sondern lediglich als Winke und Bemerkungen, gehüllt in verbergende Darstellungsweisen, so dass sie, wie der Fruchtkern in der Schale, dem Blicke sich entziehen s). Der mit dem Verfalle und schliesslichen Untergänge des Staates verbundene Verlust der Wissenschaften hätte dann die eigentlich zurückwandernden wie neue erscheinen lassen4). Indem solchergestalt für Maimonides Judenthum und Philosophie, jüdisches Gesetz und philosophische Ethik sogar ihrem geschichtlichen Ursprünge nach zusammenfallen 5 nur die Ausdrücke in beiden verschieden, Sache und Inhalt aber — wenn man Einzelnes ausnimmt5) — durchgängig dieselben sind: so schien ihm der Nachweis der vollsten Uebereinstimmung keinerlei Bedenken gegen sich zu haben. Die והוא רוב ריתאוה und ähnlich zu Äbot II, 5, 8; die Definitionen zu Äbot V, 7; IV, 21; v19 .2 ,״; Mni zu Sank. x: כשאעשה אלה המצות שהן המרות הטובות ואתרחק מן העברות שהן המרות הרעות und וזה כי כשיאמין שיש שם חכמה והיא •4התורה שהגיעה וגו ף Mor. II, 11. 2) Vgl. oben S. 20, A. 1 die Parallele aus jehtjdah halevi. 3) Mw. I, 70; II, 29. *) Das. II, 11. . 5) Zu Äbot I, 17 über Reden und Schweigen; Mor. II, 8 in astronomischen Fragen.

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