Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 28

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2720904-2720961--027-2722969
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

24 und kurz nachher MAIM., behauptet ibn DAUD, die talmudischen Weisen hätten die menschliche Willensfreiheit für absolut gehalten. Ein Umstand aber erhebt die aus dem Bisherigen sich ergebende Wahrscheinlichkeit, dass MAIMONIDES noch während der Abfassung seines Mischndh-Commentars (vollendet 1168) das um dieselbe Zeit (1160) verfasste Buch seines altern Zeitgenossen ibn DAUD gelesen und darauf, ohne es zu nennen, Bezug genommen, fast zur Gewissheit. MAIM. berührt viele Bibelstellen in Betreff der Willensfreiheit in einem Bestandtheile dieser seiner Arbeit, in der Einleitung zu Abot1). Ausführlich bespricht er drei anscheinend entgegenstehende Stellen, und zwar diejenigen, die auch ibn DAUD angegeben und in seiner Weise erläutert hatte2), maim. giebt seine eigne Auffassung mit der Aufforderung an die Leser, seine Erklärung der erstgenannten Stelle mit der «Anderer» zu vergleichen, und sagt dann hinsichtlich der dritten Stelle, diese gehöre gar nicht zu der Frage von der Willensfreiheit, indem er damit augenscheinlich die Anführung und Umdeutung derselben durch IBN DAUD 3) als eine nicht erforderliche bezeichnen und ablehnen will. — Dass MAIM. auch sonst, den ihm bekannten Arbeiten seiner Vorgänger gegenüber, seinen eignen Weg findet und festhält, zeigt das Beispiel der Tugendlehre. Das Aristotelische Mittelmasz ist IBN DAUD in seiner ganzen, den Tugendbegriff bestimmenden Beäeutung bereits bekannt. Während er aber noch, nach dem Beispiele muslimischer Forscher, wie z. B. GAZZALI’s4), die Sokratisch - Platonischen Cardinaltugenden und deren Herleitung nach dem von PLATO in seinem Staat gegebenen Muster in geschickter Weise, jedoch nicht ohne Zwang, damit zu vereinigen versucht5), erweist sich MAIM. auf 0 Abschnitt VIII; vergl. H. Tesch. VI, B. 2) E. r. p. 1 und 98. Es sind die Stellen: a) in Betreff P har ao’s 2. Mos. 7, 3 wobei es ohne Belang ist, wenn Maim. eine andere der zahlreichen ähnlichen Stellen anführt, nämlich 2. Mos. 14, 4 (wie er denn in H. Tesch. am entsprechenden Orte wieder eine andere Stelle und diese aus dem Gedächtnisse ungenau citirt ואני אחזק את לב פרעה gt• 2 ואני אחזק את לבו. Mos. 4, 21); b) in Ansehung Sichons: 5. Mos. 2, 30; c) die auch von Abr. Ibn Esra (<Jesod mor. VII) hierauf bezogene Klage des Propheten (Jes. 6B, 17). 3) Vielleicht auch durch abr. ibn esra, wenn ihm dessen Jesod mora damals schon bekannt war (s. oben S. 21, A. 3). Vgl. übrigens ob. S. 11 bei A. 2. 4) Mosne Zedek, Cap. 15. 5) E. r. III, p. 98.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.