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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 27

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720961--026-2722968
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28 Onkelos, der chaldäischen Pentateuch -Uebersetzung, für die Beseitigung von Anthropomorphismen an1). Er lehrt, übereinstimmend mit MAIM.2), dem Gebote, Gott zu dienen (5. Mos. 10, 20) werde nicht genügt durch das tägliche Gebet, wenn man im Uebrigen den ganzen Tag nur seinen Geschäften nachgehe; sondern der «Dienst», den der Mensch Gott widmen soll, bestehe darin, aller Orten seine Gedanken auf Gott und dessen Lehre zu richten. Und dies müsse unausgesetzt geschehen. Keinerlei Zeit dürfe auf Ueberflüssiges (מותרות) verschwendet werden. Wer nun aber durchaus keine Zeit zu religiösem Nachdenken erübrige, der rechne wenigstens jedes Gelingen seiner Thätigkeit und die Abwehr alles Leides Gott zu; lobe Gott, wenn er sein Unternehmen vollbracht, und messe den eignen Sünden die Schuld bei, wenn er die höhere Obhut sich entzogen sieht3). Zum beharrlichen «Dienste» bedürfe es der Gewöhnung und Uebung4). Wie ABE-. IBN ESRA und MAIMONIDES5) findet er in dem biblischen Gebote, Gott zu lieben, die Mahnung zur Erkenntniss Gottes durch wissenschaftliche und philosophische Forschungen; nur dass MAIM. in seinen späteren Schriften, wie schon bemerkt worden ist, hierbei an die Natur vorzugsweise denkt und das Studium der Physik (im aristotelischen Sinne) als einen Act religiöser Pflicht nachweisen will, wogegen ibn DAUD, da er die ablehnende Stellung des M. zur Attributenlehre nicht vollständig theilt, neben den «Werken» Gottes auch dessen Attribute als Gegenstand der gebotenen Forschung darstellte6). Auffallend ist die Uebereinstimmung zwischen ibn DAUD und MAIM. in der — wie man vom Standpunkte des Gesetzes aus sagen muss — zu geringen Würdigung des Opferwesens in Israel, wobei nahezu dieselben Bibelstellen von beiden Männern angeführt werden7). Ebenso erinnern die Erörterungen über die menschliehe Willensfreiheit bei MAIM.8) in sehr vielen Punkten an die Ansichten ibn DAUD’s9), wiewohl allerdings nicht in allen volle Ueberein- Stimmung herrscht. Mit gleicher Entschiedenheit, wie früher SAADIA ף E. r. II, 6, p. 89. 2) Mor. III, 51. 3) M r. III, p. 100. 4) Das. p. 101. Ä) S. oben S. 21, A. 6. 6) E. r. III, p. 100. 7) Das. III, p. 102 vergl. mit Mor. III, 32. 8) Eiril. zu Äbot Abschn. VIII; H. Tesch. 5 und 6. 9) E. r. II, 6, 2 p. 96.

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