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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 26

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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IRI
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22 VIII. Der jüngere Zeitgenosse und Landsmann Abraham Ibn Esra’s, der Toledaner ABRAHAM IBN DAUD HALEVI, erweist sich durch seine religionsphilosophische Schrift Emunah ramah1) (verfasst 1160) als ein, der Zeit und dem Standpunkte nach? dem MAIMONIDES am nächsten stehender Forscher. An ABRAHAM IBN DAUD ist bei den «andalusischen Forschern» jüdischen Glaubens zu denken, welche Maim. als Anhänger der (aristotelischen) Philosophie bezeichnet 2). — A. I. D. kleidet seine Arbeit so ein, dass sie auf Anlass einer Anfrage über die Vorherbestimmung Gottes im Verhältniss zur menschlichen Willensfreiheit verfasst sei. Zur Herstellung voller Klarheit müsse er philosophisehe Erörterungen allgemeiner Natur voranschicken und so behandelt er im ersten und zweiten Abschnitte seines Buches die theoretische, im dritten Abschnitte die praktische Philosophie. Wie MAIMONIDES 3), ist er mit der bei den Aerzten seiner Zeit beliebten Eintheilung des Seelenlebens nicht einverstanden, setzt er an deren Stelle eine andere4) und weist er der vegetativen Thätigkeit der Seele sieben Verrichtungen zu 5). Wie MAIM. die Sittenlehre 6), so nennt er das offenbarte Gesetz (תורה) eine Heilung der Seelen7). Auch ihm ist der Mensch das höchste Geschöpf und der oberste Zweck aller anderen Wesen unter dem Monde, ist das höchste wiederum im Menschen seine Denkkraft, sein höchster Zweck die Erkenntniss und deren höchster Gegenstand Gott 8). Wie früher BACHJA 9) und später MAIMONIDES10), so führt auch ABRAHAM IBN DAUD Beispiele aus * Ibn Esra daselbst von Gott und Engeln spricht (fol. 2 b Brünn). Er will durchaus Maim. als Anhänger Ibn Esra’s darstellen; da aber die Schriften des Maim. widersprechen, so legt er Maim. die Worte in den Mund (fol. Sb), er habe erst nach Abfassung des Mischnah-Gommentars, des Mischneh torah und des Moreh nehuchim die Schriften A. I. E. und dessen Mysterien kennen gelernt. Der Verfasser bewundert an A. I. E. den Muth und die Furchtlosigkeit (fol. 2 b) bei unstetem Leben und trotz seines Dienstes bei Königen. Dieser sonst unbekannte Verkehr bei Hofe ist also ebenfalls zur Verherrlichung Ibn Esra’s erfunden. J) Ed. simson weil, Frkf. a. M. 1842. 2) Mor. I, 71 und MUNK das. s) EU. zu Abot, Abschn. I. 4) Ern. ram. I, 6 p. 28. 5) Das. p. 25. Q) Einl. zu Abot, Abschn. I. 7) E. r. I, 7 p. 89. 8) Das. II, Einl. vergl. mit maim. EM. zum Mischnah-Commentar bei der Ausführung zur Erklärung der Agadah: אין להקב״ה בעולמו אלא ד' אמות של הלכה בלבד•: ף HPfl. I, 10 p. 73. 10) Mor. I, 21. 27. 28. 36. 37. 48; II, 33. 41; III, 4. 46.

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