Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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20 sopbie und Wissenschaft bei Griechen und Römern hätten ihren Urv.. Sprung in Israel *und sei deren Wiederaufnahme in die jüdische Forschung nur eine Rückwanderung, die die Länge der Zeit und die vielen Mittelglieder nicht als solche erkennen Hessen1). In Betreff der Willensfreiheit beruft sich J. H., wie SAADIA2), auf die subjective Erfahrung jedes handelnden Menschen3) und stellt, wie ebenderselbe4), in Abrede, dass das Vor her wissen Gottes den Willen der Menschen bestimme. Es sei; wie' die Anhänger des Kalam weitläufig auseinandergesetzt hätten, in Gott neben dem schöpferischen Wissen ein acci deute lies Wissen fremden Thuns vorhanden, welches ebensowenig als Vor her wissen über das Thun entscheide, wie als nachträgliches5). Ueber das Verhältnis zur Vorsehung spricht J. H. sich anders, und doch theilweise ähnlich wie später Maimonides6) aus. Alles, sagt er, geht auf Gott als erste Ursache zurück, sei es mittelbar oder unmittelbar. Zu den mittelbar von Gott verursachten Dingen gehören die menschlichen Handlungen־, Mittel ist nämlich in diesem Falle die freie Wahl des Menschen selbst — allerdings in Verbindung mit den dieselbe bestimmenden Ursachen7). Dass aber das Buch Kusari dem MAIMONIDES sehr wohl bekannt gewesen, ist aus vielen Anzeichen ersichtlich, deren nähere Angabe indessen nicht hierher gehört. VII. Aus Castilien, wie JEH. HAL. und mit demselben in früheren Jahren persönlich verkehrend, war der von ihm vielfach verschiedene, dem Neuplatonismus und der Astrologie ergebene ABRAHAM IBN ESRA (st. 1167). Derselbe behandelt in seinen Bibelerklärungen und in seinem die Ethik und die mosaische Gesetzgebung philosophisch und exegetisch erläuternden Werke Jesocl mora (vollendet 1158 od. 1159) verschiedene Fragen der Sittenlehre. Seine Schriften waren MAIMO- NIDES sicherlich nicht unbekannt, wiewohl wir eine deutliche Bezugnähme auf ihn weder da finden, wo M. Abweichendes lehrt — wie ף Maim. zu Mischnah Berach. IX, 5 Schl.; Mor. I, 70; II, 11. 29 vgl. mit Kus. II, 66. 2) Emun. IV, 3. s) Kus. V, 20 p. 417 Mitte. 4) Emun. däs. 5) Kus. V, 20 p. 418. — Nicht so Maim. in Mor. III, 41. 6) Einl, zu Abotj Abschn. VIII; zuAbotTV, 22 Schl.; Mor. III, 17, Ansicht 5; II, 48. 7) Kus. V, 20 p. 415 f. 417 unt.