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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 23

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720961--022-2722964
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19 sich richtende Forschung musste auch im Gebiete der Ethik zu Ergebnissen führen, die den entschiedenen Anhängern der Philosophie widersprachen. Sehr bezeichnend ist JEHUDAH HALEVI’s Widerstand gegen den aus Naturbetrachtung und Speculation gewonnenen philosophischen Gottesbegriff, dessen volle Erkenntnis^ als die höchste Seligkeit, als der Gipfel alles sittlichen Lebens nach den damals herrsehenden Theorien galt1). Er lässt seinen Chasarenkönig sagen: «Nun ist mir der Unterschied klar zwischen «Gott» und dem «Ewigen (יהוה) und ich verstehe den Abstand zwischen dem «Gott Abrahams» und dem Gott des Aristoteles. Nach dem «Ewigen» sehnt sich die Seele durch Gefühl und Anschauung, «Gott» ist das Ergebniss der Speculation. Jenes Gefühl treibt den es Empfindenden zur Aufopferung aus Liebe, zum Märtyrertod; die Speculation beweist nur, dass Gottes Verehrung Pflicht sei, so lange sie nicht schadet und nicht unbequem wird2)». Und der Meister sagt an einer andern Stelle: «Die Methode der Beweisführung hat die Philosophen veranlasst, von «Gott» zu sagen, dass er uns weder nütze noch schade, dass er von unseren Gebeten und Opfern nicht wisse, noch von unserem Gehorsam oder Ungehorsam gegen seine Gebote3).» — Jedoch schliesst dies eine Uebereinstimmung mit MAIMONIDES und Anderen in vielen Punkten nicht aus, zumal da J. h. bei aller Selbständigkeit sich dem Einflüsse seiner Zeit nicht ganz entziehen konnte und mochte, sondern die Mittel, welche Bildung und Wissenschaft damals darboten, vielmehr in den Dienst seiner das Judenthum vor fremden Einflüssen schützenden Untersuchungen stellen wollte. So finden wir denn auch bei ihm das Aristotelische Mittelmasz deutlich ausgesprochen und gegen die übertriebene Askese, wie BACHJA und A. sie gelehrt hatten, gerichtet4). Und wie Maimonides, der Anhänger der Philosophie, so nimmt auch jeh. HAL. an, die Philo- ף Wir verweisen beispielsweise auf saadia, Emimot Einleitung; bachja, HPfl. Einleitung S. 18; ibn zaddik hier S. 18; Ktis. IV, 19. 2) Kusari IV, 16. 3) Das. IV, 3 Anf. — jeh. hal. spricht an diesen Stellen in seiner Weise aus, was zeller, Philosophie der Chiechen II, 2 S. 279 über den Gottesbegriff des Aristoteles bemerkt und in die zutreffenden Worte zusammenfasst, Aristoteles habe das Moment der Persönlichkeit in der Gottheit durchseine Abstraetion untergehen lassen. 4) Kus. II, 50 Anf. 2*

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