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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 22

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720961--021-2722963
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18 von Sinnengenüssen sich anch bei Unwissenden finde; aber Dergleichen folge hier nur aus der Schwäche der Triebe, nicht — was allein dem Handeln die sittliche Bedeutung giebt — aus der gewollten Herrschaft besseren Wissens. Princip der guten Werke sei also die Weisheit, durch die der Mensch zur Grotteserkenntniss gelange1); und so sei auch Endziel aller guten Thaten die Weisheit und Erkenntniss2). Der wahre Lohn der Frommen aber bestehe in der Seligkeit des jenseitigen Lebens oder, was Dasselbe sei, in geistiger Verklärungund vollkommner Gotteserkenntniss3). — Hinsichtlich der Willensfreiheit sagt 1BN ZADDIK, das Vorherwissen Gottes beschränke dieselbe in keiner Weise4). Einen Zwang übe Gott in sittlichen Angelegenheiten nicht, da sonst Lohn und Strafe mit seiner Gerechtigkeit unverträglich wäre. Gott habe vielmehr alle Menschen an Geist, Empfindung und körperlichen Organen gleich ausgestattet und denjenigen, von dem er wusste, dass er schlecht sein werde, durchaus nicht hinter den zurückgesetzt, dessen Vortrefflichkeit ihm vorher bekannt gewesen5). Die hierbei vorkommenden zahlreichen Berührungen mit MAIMO- MDES sind in der Theilnahme beider Schriftsteller an der Wissen- Schaft und den Ideen ihrer Zeit begründet. Eine Entlehnung und Benutzung kann in diesem Falle schon darum nicht angenommen werden, weil M. den Mikrokosmos nach seiner eignen Erklärung6) nie gesehen und nur im Allgemeinen über die Richtung, die darin in religionsphilosophischen Fragen herrsche, im Klaren zu sein behauptet. VI. Sein Zeitgenosse JEHUDAH HALEYI berührt beiläufig in seinem religionsphilosophischen Werke Kusari1) ethische Materien. Seine originelle, gegen die Uebermacht der philosophischen Speculation, die alle Eigentümlichkeit der Offenbarungsreligion zu verwischen drohte, J) Das. 63. 2) Das. 64. s) Das. 73 ff. 4) Das. 60. Die Kürze, womit der Verfasser diese Frage abfertigt, beweist, dass ihm genauere Erörterungen, die er bei seinen Lesern als bekannt voraussetzen durfte, vorschwebten, wie etwa die des saadia in Emun. IV, 3. 5) Das. 61. 6) Brief an Sam. Tibbon fol. 13 a Br. oder Kobez 28 b. 7) Aus dem Arabischen ins Hebräische übersetzt von jkhudah ibn tibbon, und so, mit deutscher Uebersetzung und Erklärung versehen, herausgegeben von DAVID CASSEL, erste Ausg. Leipz. 1853, nach welcher im Folgenden die Seitenzahlen angegeben sind. Ueber die früheren Ausgaben s. cassel, Mnl. S. XXVIII ff.

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