Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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17 ( . Maimonides in dieser Frage weder Etwas von a. B. CHIJA entlehnt, noch eine mit ihm gemeinsame Quelle benutzt hat1). V. JOSEPH IBN ZADDIK, Rabbinatsmitglied (דיין) in Cordova 1138— 1149, also Amtsgenosse des B. MAIMUN, Vaters unseres MAIMONIDESV behandelt im vierten Abschnitte seines religionsphilosophischen Mikrokösmos2) die religiöse Ethik, indem er Gehorsam und Auflehnung gegen Gottes Gebot sowie Lohn und Strafe erörtert. Wie SAABIA3) und MAIMONIDES4) nimmt er an, dass auch die Gebote, deren Grund wir nicht kennen, von Seiten ihres göttlichen Urhebers als wohlbegründet anzusehen seien und unser Nichtwissen nur auf der Mangelhaftigkeit unserer Einsicht beruhe5). Er nennt diese Gesetze nach Saadia’s Vorgänge «Gesetze des Gehorsams»6). —Wie später dem MAIMONIDES, ist ihm der Mensch das höchste Wesen der geschaffenen Niederwelt. Darum habe ihm Gott die Herrschaft über seine Mitgeschöpfe verliehen und ihn erst geschaffen, als alle anderen bereits zu seiner Verfügung vorhanden waren. Zweck des menschlichen Lebens sei Erfüllung der Gebote Gottes und Erlangung des Guten als Lohn des Gehorsams7); allein alle guten Werke als Dienst Gottes seien werthlos, wenn der Mensch nicht zugleich Gott erkenne. Denn eigentlich seien jene ohne wahre Gotteserkenntniss nicht möglich. Es sei wahr, dass Mitleid, Wohlthätigkeit, Abwendung 1) rappoport (Vorrede zu ed. Freimann p. XXIII) macht auf die Ueberein- Stimmung zwischen H. han. f. 10 a und Percik. YI aufmerksam, denkt Anfangs an eine Entlehnung durch M., giebt aber dann die Möglichkeit einer nur gemeinsamen Quelle zu. Eine nähere Prüfung zeigt aber die Unhaltbarkeit selbst dieser. Annahme, maimonides nämlich geht hier von der ersten Quelle aus und stellt eine Ansicht des Aristoteles (NE. VII, 11) und gleichdenkender Philosophen einem talmudischen Äusspruche gegenüber, während a. b. chija späteren, wahrscheinlich arabischen Autoren folgt. So erklärt sich, dass die Meinung der ר«מון חכמי המחקר bei Maimonides gar nicht vertreten ist und die Aristotelische Ansicht bei A. b. Ch. unter dem Ausdruck ,והמדקדקים מהם בענין הזך angeführt wird. 2) עולם קטן ed* jellinek, Leipz. 1854. 3) Emun. III, 1 nimmt S. trotz seiner Eintheilung der Gesetze in שכליות un& עזמעיות an, dass letztere ein gewisses Masz vernünftiger Begründung zulassen und versucht auch III, 2 eine solche in allgem. Umrissen nachzuweisen. ף Mor. III, 26 ff. 5) Mikrök. S. 61. 6) המצות השמעיות und ז •המצות הנשמעות) Das- 60- 2