Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2720904-2720961--017-2722959- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
14 Zuthaten zu dem im Religionsgesetz Gebotenenx) und Verzichtleistung auf alles Entbehrliche (2 (המותרים) empfiehlt. Schwach nur sind bei BACHJA die Anklänge an das Aristotelische Mittelmass * 2 3) *, einen Einfluss auf die Bestimmung des Tugendbegriffes übt es bei ihm so wenig wie bei GEBIROL, weshalb er denn auch, wie jener, nur Ein Laster je einer Tugend gegenüberstellt4). In einem Theile der angeführten Punkte, wie noch in manchen anderen zeigt die Lehre von den Herzenspflichten erhebliche Unterschiede von der Ethik des MAIMONIDES5), doch auch viele Fälle der Uebereinstimmung6) 5 Einzelnes daraus scheint sogar MAIMONIDES bei der Abfassung seiner ethischen Schriften vorgeschwebt7) *) Das. Y, 5, p. 268. Dagegen maimonides Perak. IY und Deot III, 1. 2) HPfl. Y, 5, p. 265. s) Das. yiii, 8, No. 25, p. 885: 3;אך אחוז הדרך השוה, p• 407: מגדר הדרך השוה התוריה; P* 408: והכת הזאת קרובה אל הדרך השוה התוריה יותר ממה שזכרנו וגו'• Bie Aehnlichkeit der Ausdrücke mit den entsprechenden des maimo» NIDES ist hier wie oben S. 12, A. 1 hei gebirol bemerkenswert!!. 4) HPfl. HI, 9 p. 181 und 10 p. 184 zum Theil dieselben, daneben aber auch verschiedene Paare. 5) Ausser mancheu bei maimonides gelegentlich anzuführenden Einzelheiten nennen wir hier beispielsweise die eben erwähnte Empfehlung des Fastens und der freiwilligen Zuthaten zum gesetzlich Gebotenen, die paarweise Gruppirung der Tugenden und Laster (vergl. mit maimonides, Perak. IY und Deot I, 4. 5), die Beschränkung der menschlichen Willensfreiheit durch die Bestimmung Gottes (HPfl. III, 8 p. 174 und Y, 5 p. 280) und der damit zusammenhängende Quietismus (X, 7 p. 450 vergl. mit Maim., Perak. YIII; teschubah, Y, YI; Mor. III, 16 ff.). 6) So die Forderung, nach Bedürfniss sich am weltlichen Leben zu betheiligen, die Lust nicht zum Beweggrund der Handlungen zu nehmen (HPfl. IX, 5 p. 414), die Rede einzuschränken auf Bedürfniss und edlen Gebrauch (Das. p. 415 f.; und zu dem Allen) (vgl. maimonides Perak. Y und Deot II, 4; III, 2), von Zechgelagen fern zu bleiben (HPfl. IX, 5 p. 412 vergl. mit Mor. III, 8 und H. Tumat Zaraat XYI, 10), sich zur Einkehr und Sammlung zuweilen aus der Gesellschaft zurückzuziehen (HPfl. IX, 2 p. 405 f. und Mor. III, 51). 7) Das schöne Gleichniss vom Schulkinde in der Einleitung zu Sanh. X ist so auffallend ähnlich dem Gleichnisse bei bachja HPfl. IY 4 p. 285, dass es nur als die meisterhafte Ausführung eines gegebenen Stoffes erscheint. Dass indessen maimonides die eigentliche Anregung zu dem Gleichnisse von gazzali empfangen hat (oben S. 8, A. 5) und bachja nur eine Mittelstation zwischen ihm und seiner Quelle ist, werden wir später als einleuchtend erkennen. — Die herrliehe Stelle im Moreh III, 52 Anf. über das Gefühl der Gottesnähe und dessen veredelnde Einwirkung auf den Menschen ist vielleicht unter dem Einfluss einer ahnliehen Stelle in HPfl. YIII, 3 Nr. 10, p. 357 ff. und Nr. 26 p. 386 entstanden, wiewohldieYerschiedenheit derbeiderseitigen Standpunkte einige Unterschiede erklärt.