Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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13 über dieselben die «Herzenspfliehten» (חובות הלבבות) gestellt wissen und zwar nicht nur aus Vernunftgründen, sondern kraft desselben Gesetzes und derselben Ueberlieferung. Bachja’s Lehre von den Herzenspflichten (תורת חובות הלבבות) *) behandelt nur in den ersten zwei Abschnitten Theile der Glaubenslehre, nämlich die Lehre von Gott und die religiöse Weltanschauung, ist aber im Uebrigen der religiösen Sittenlehre vorzugsweise gewidmet. Die Auffassung des menschlichen Lebens auf Erden als U e b u n g s s t ä 11 e für die Hingebung an Gott und die Ueberwindung der Sinnlichkeit war den jüdischen Schriftstellern durch manche Anklänge im Talmud und Midrasch nahe genug gelegt 1 2), um sich mit den entschiedenen Kundgebungen und Folgerungen derselben Auffassung bei tonangebenden muhamedanischen Schriftstellern 3) leicht zu befreunden. Wir werden deshalb jene asketische Richtung in milderer Form bei MAIMONIDES wiederfinden; in BACH JA tritt sie, wiewohl immerhin gemässigt, doch in mancher Hinsicht so entschieden auf, dass wir denselben im Allgemeinen den asketischen Schriftstellern beizählen müssen. BACHJA folgt unbedenklich den Lehren der «lautern Brüder» in Inhalt und Form4) und wohl auch dem Beispiele GAZ- ZALPs1111—1059) (5־), indem er auf erkennende und läuternde Wirksamkeit des Innern im Menschen überall dringt und indem er Fasten6), nächtliches Gebet 7), Zurückgezogenheit aus dem Leben 8), freiwillige 1) Die Seitenzahl der Anführungen ist aus der mit Einleitung von jellinek versehenen Ed. Leipzig 1846. 2) Vgl. die Zusammenstellung bei Bachja, Herzenspflichten IX, 6. — Ferner Maimonides, H. JDeot VI, 1. 3) S. kremer, Geschichte der herrschenden Ideen des Islam, Leipz. 1868, S. 58 über hassan bassri, den Begründer der Asketenschule von Bassora, und saht, tostari, und dann S. 59 die geschichtliche Erklärung dieser Erscheinungen. 4) Dies hat überzeugend nachgewiesen Kaufmann in der Theologie des Baehja Ibn Pakuda, Wien 1874. 5) Die von demselben a. a. 0. S. 21, A. 1 beigebrachten Parallelen scheinen mir dafür entscheidend zu sein. Hierzu kommt eine wahrscheinliche Benutzung der Wage in einem später bei Maimonides zu erörternden Falle. Hiernach müsste, ungeachtet der a. a. 0. S. 8, A. 2 geltend gemachten Gründe für eine Benutzung des bachja schon durch ibn gebirol, die vom Verfasser so schön nachgewiesene Uebereinstimmung Beider auf eine andere Weise erklärt werden. 6) Herzenspflichten IX, 5, p. 418; X, 6, p. 448. Dagegen maimonides Perak. IV und Deot III, 1. 7) HPfl. X, 6, p. 443. 8) Das. VIII, 3, p. 370 f.