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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 15

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720961--014-2722956
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11 Dass das religionsphilosophische Werk Saadia’s übrigens dem Maimonides Vorgelegen, ist ohnehin wahrscheinlich und wird unzweifelhaft durch dessen anonyme Anführung an einer Stelle x), wo Maimonides den Saadia als Anhänger des Kal am bezeichnet. Die Unterlassung ausdrücklicher Nennung hat seihst einen ethischen Grund und ist einer von den Zügen, die Maimonides als den berufenen Lehrer der Sittlichkeit kenntlich machen. Er nennt den verehrten Mann der Vergangenheit nicht, wo er ihm widersprechen muss, nennt ihn aber und rühmt sein Verdienst, wo er ihn gegen Vorwürfe in Schutz nehmen kann 1 2). — Auch hei der Begründung des Gesetzes vom Bundeszeichen in Israel, glaubt MUNK eine Hindeutung auf Saadia zu finden3). — Andere Fälle der Zusammenstimmung oder Abweichung werden im Laufe unserer Darstellung sich zeigen. II. SALOMO IBN GEBIROL verfasste ausser seinem religionsphilosophischen «Lebensquell» (Mekor chajim) und seiner ethischen Spruch- Sammlung «Perlenlese» (.Mibchar hapeninim) im Jahre 1045 in Saragossa4) eine besondere ethische Schrift « Veredelung des Charakters» (Tikkun middot hanefesch) 5). Darin wird als Gegenstand der Ethik die Aufgabe bezeichnet, durch Herrschaft des Geistes und Beschränkung der Sinnlichkeit zur ewigen Seligkeit zu gelangen 6). Den Nachweis im Besondern sucht der Verfasser in seiner als Tugendlehre ausgeführten Schrift zu geben. Zur bessern Uehersicht werden Tugenden und Laster unter die fünf Sinne so vertheilt, dass auf je Einen Sinn zwei Paare kommen, im Ganzen zehn Paare genannt und behandelt 1J Einleitung zu Abot, Abschn. VI im Hinblick auf Emunot IH, 2. 2) Brief nacb Jemen ed. holtjb (nach der Uebersetzung Samuel Tibbon’s aus einer Handschrift a. jellinek’s in Wien) p. 39. — Aebnlicb verfährt •Maimonides in seinem Briefe an Joseph b. Jehuda (p. 15 a ed. Brünn), wo er ausser r. ־nttsstm und r. chefez noch andere Urheber der am meisten angegriffenen (הטעונים) Punkte in seinem Mischndh-Commentar zu seiner eignen Rechtfertigung nicht nennen mag, um deren Ansehen zu schonen. 3) Guide III, 417, 2 zu Mor. III, 49 in Rücksicht auf Emun. HI, 10. 4) STEINSCHNEIDER, Catdl. Bodl. p. 2326 nach der Ed. pr. und den Handschriffcen. 5) Aus dem Arabischen ins Hebräische übersetzt von jehuda IBN tibbon. Ed. pr. 1550; ed. Riva di Trento 1562; Luneville 1807 und Lyek 1859. Ich citire nach ed. Luneville. 6) Einleitung fol 3 bi

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