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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 112

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 112)
Language
German
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214 Demetrios’ II. nicht als das 6. sondern als das 30. des Ptolemäos anzusetzen war. — Ferner hat Demetrios nicht in seinem fünften, sondern in seinem vierten Regierungs־ jahre (170 Sei., 143 g. Z.) nach I MB. 13, 41 die Unabhängigkeit Palästinas anerkannt. Wenn nun auch diese Ungenauigkeit wenig bedeutet, so konnte doch unmöglich dies Jahr das 6. des Physkon heissen, da dieser sogar noch etwas später als Demetrios wieder auf den Thron Aegyptens gelangte (s. Clinton das. III 326). — Endlich ist weder von Müller noch von Niebuhr auch nur der Versuch gemacht worden, den chronologisch wichtigen Zusatz des Clemens ä7co 81 — Gwadgoi^exai, (desgleichen sich auch 1 21. 391, 25 f. 409, 14 bei ihm finden) zu erklären. Vom Jahre 141 g. Z. führt uns ein Plus von 120 Jahren weder zu dem Consulate eines Domitianus und Cassianus, noch zu einem irgendwie hervorragenden geschichtlichen Ereigniss, das Clemens mit einigem Grunde als Grenzpunkt hätte ansehen können. Die beiden Consulnamen sind freilich arg entstellt: einen Cassianus kennen die Consularfasten überhaupt nicht. Darum wollte Sylburg (z. St.) KaiaaQOg Ao\xsxiavov ncä Saßivov lesen, womit die rechten Consuln des Jahres 82 n. g. Z. gewomien wären. Aber wenn nicht aus anderen Gründen, so ist dieser Vorschlag schon darum zurückzuweisen, weil dann Eupolemos bis zum Jahre 38 v. g. Z. gezählt haben würde, in welchem Jahre weder ein König Demetrios noch ein König Ptolemäos, noch unser Eupolemos selbst unter den Lebenden war. — So sind wir denn aus den verschiedensten Gründen gezwungen, zu Demetrios I. Soter zurückzukehren. Als Endtermin in der Rechnung des Eup. darf aber nicht der Tod des Alkimos gelten — wie fälschlich Masson (Hist. crit. I 33 f.) und Kuhlmey (p. 31) annehmen —; denn Alkimos starb (nach I MB. 9, 54—56) im Frühling 153 Sei., also, da Demetrios erst 151 Sei. aus Rom entwichen war (I MB. 7, 1), im dritten, nicht im fünften Jahre seiner Regierung. Diesen Unterschied von 2 Jahren zu beseitigen, bemüht sich Kuhlmey (a. a. 0.) vergebens, und es ist eine arge Selbsttäuschung, *wenn er durch eine künstliche Berechnung und Verschiebung der Zahlen das 153. Jahr Sei. in das 155. zu verwandeln sucht. Um den einzig möglichen Endtermin des Eupolemos zu finden, müssen wir noch um zwei Jahre bis zum Jahre 155 Sei., 158 v. g. Z., herabsteigen, in welchem ein förmlicher Friede zwischen Demetrios I. und Jonathan den Kämpfen der voraufgehenden Jahre ein Ziel setzte (I MB. 9, 70 f.). Dies Jahr ist das fünfte des Demetrios Soter und das zwölfte des Ptolemäos Physkon, nach dessen Thronbesteigung im Jahre 170 ein Nichtägypter wie Eupolemos so gut zählen konnte, wie nach der des Ptolemäos Philometor. Dies ,Jahr ist zugleich das 119. vor dem 714. Rom’s oder dem 40/39. v. g. Z., in welchem wir als Consuln finden: Cn. Domitiusund C. Asinius. Diese Namen aber stecken in den entstellten Worten des Clemens, und mit leichtester Aenderung haben wir bloss Tvatov Ao^svtov nal *Aolviov für Tatov A0[1£uavov Kaciavov zu lesen, um auch den Clemens in vollster Uebereinstimmung mit der gegebenen Erklärung zu finden. Auf diese Consuln hat daher schon Masson (Hist. crit. I 35) hingewiesen. Es ist auch leicht begreiflich, warum Clemens gerade das Jahr. 714 Rom’s als Endpunkt nahm; denn es ist scharf genug markirt durch die Anerkennung des Herodes als Königs von Judäa, die von Seiten des Römischen Senates erfolgte vnax£vovxog Tatov A0[1£xiov Kalovtvov x0 8evz£qov v.al Tatov ,Aglvlov TLcüXicovog, wie Josephus (Ant. XIV 14, 5) in Uebereinstimmung mit unserer Stelle und sogar mit demselben Schreibfehler {Tatov für Tvatov) berichtet. Bei der so leichten Lösung aller Schwierigkeiten wird man wegen des nicht eben bedeutenden Rechenfehlers des Clemens, der 119 oder 118 statt 120 Jahre zählen musste, von dieser Erklärung nicht abgehen, besonders wenn man bedenkt, dass dieser Fehler erst durch die für Clemens nicht ganz leichte Umwandlung von Jahren ägyptischer und syrischer Könige in Jahre Roms entstanden ist, dass die Consularfasten schon zur Zeit der römischen

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