Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 111)
- Language
- German
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218 eine Differenz, die leicht erklärt werden kann. — Die Zahl 2580, ebensosehr der Bibel, wie der Profangeschichte, wie den sonst bekannten Annahmen der alten Chronologen widersprechend, ist längst mit Hecht in 1580 verwandelt worden, wodurch für den Zeitraum von Adam bis Exodus 3569 Jahre sich ergeben. Für denselben rechnet, wenn gleichmässig 430 Jahre von Abraham’s Einwanderung bis Exodus angenommen werden, der hebr. Text 2453, der samaritanische 2754, die LXX nach vielen heutigen Hand- Schriften und Demetrios (oben S. 50) 3839, nach Eusebios’ Untersuchung im Kanon (p. 8 Schoen.) 3689 Jahre. Die Varianten in den Zahlen der LXX erklären sich leicht. In Eusebios’ Text fehlte der zweite Kainan und hatte Metuselach 167 statt 187 Jahre. Eupolemos verringerte ausserdem in Uebereinstimmung mit dem hebr. Text die Generation eines Erzvaters um 100 und die eines zweiten — gegen unsre jetzigen Lesarten — um 20 Jahre. Oder er gab, dem hebr. Texte folgend, Nachor 29 statt der 79 vieler und der 179 Jahre anderer Handschriften der LXX; gab ferner Metuselach 167 statt 187 Jahre, beseitigte ausserdem bei zwei Erzvätern das Plus von je 100 Jahren, welches allein die LXX ihnen beilegen und das auch in einzelnen Handschriften der LXX bei Henoch und Eber fehlt, und erreichte auch hiermit die Zahl von 3839 — 270 3569 J. Doch wie es sich auch mit den einzelnen Posten seiner Rechnung verhalte, jedenfalls entspricht seine Chronologie einem Bibeltext, der zumeist mit dem der LXX, wie er Eusebios vorlag, stimmte, in wesentlichen Punkten aber von demselben abwich und dem hebräischen Text sich näherte. Eine ähnliche Ineinanderschiebung verschiedener chronologischer Systeme findet sich im Jubiläenbuch und häufig bei Josephus, soweit bei diesem die in den Ausgaben und leider auch in den meisten Handschriften gräulich verunstalteten Zahlen einen Schluss auf den ursprünglichen Text gestatten. Die Annahme Müller’s (III 208) und M. Niebuhr’s (Gesell. Assur’s S. 354), unter dem Demetrios in fr. 5 sei Demetrios II. Nikator verstanden (oben S. 124), stösst auf unüberwindliche Schwierigkeiten. Dem. II. ist zunächst nicht 7 Jahre nach einem Ptolemäer zur Regierung gekommen. Müller muss darum die sonst durch Nichts verdächtigte Zahl 12 in 6 (tö ScoSsy.cltov in tot8 t0 sxzov) verwandeln, ohne doch damit die zahlreichen noch übrigen Anstösse hinweggeräumt zu haben. Demetrios II. nämlich ist nicht ein Jahr später als Ptolemäos Physkon zur Regierung gelangt, was der geänderte Wortlaut der Stelle besagen würde, sondern als Kronprätendent schon zwei Jahre vor Physkon’s zweiter Thronbesteigung (165 Sei. 148 g. Z.) aufgetreten (nach I MB. 10, 67 s. Clinton fast. Hell. III 328). Zählte Eupolemos die Regierungsjahre des Demetrios aber auch erst von der Besiegung und Ermordung des Alexander Balas an (Sei. 167, Ende 146), so durfte er doch Physkon’s Thronbesteigung, die erst etwas später stattfand, nicht um ein Jahr früher ansetzen (Clinton das. III 325). Ein Irrthum des Eupolemos ist hier aber nicht wohl denkbar, weil der Tod Philometor’s, des Vorgängers von Physkon, in unmittelbarer Verbindung steht mit dem des Alexander Balas und der Erhebung des Demetrios; denn Philometor starb an der Wunde, die er im Kampfe für Demetrios und gegen Alexander empfangen hatte. Und aus demselben Grunde ist auch die Annahme, dass Eupolemos die Jahre des ägyptischen Königs antedatirt, die des syrischen postdatirt habe, zurückzuweisen. Denn durch eine solche eonfuse Zählung würde Eup. die Abfolge der syrischen und ägyptischen Dinge und seine gesammte Zeitrechnung vollständig verwirrt haben. Scheute er aber das nicht, weil er sieh an den ägyptischen auch im Ptolemäischen Kanon beibehaltenen Gebrauch der Antedatirung halten zu müssen glaubte, so musste er doch auch wissen, was uns durch den zuverlässigsten Gewährsmann, Porphyrios (Eus. ehr. p. 116 Zohr.) bekannt ist, dass Ptolemäos Physkon die Jahre seiner Regierung nicht von seiner zweiten, sondern von seiner ersten Thronbesteigung, also vom Jahre 170 g. Z. an, zählte, so dass das 5. Jahr