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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 102

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 102)
Language
German
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204 dies dem Danke, welchen wir Schmidt für seine Arbeit schulden, nur wenig Eintrag, thut, so wird doch ein künftiger Herausgeber anders verfahren müssen. Derselbe wird auch aus Josephus manchen Gewinn für den Text ziehen können (vgl. Lumbroso Rech. p. 109. 129. 206) und die griechisch-ägyptischen Papyros und Inschriften nicht unbeachtet lassen. Denn wenn auch Aristeas nirgends den Schüler der Griechen verleugnet, so hat doch die Vulgärsprache der ägyptischen Hellenisten stark auf ihn eingewirkt,und vor Allem: er bewegt sich mit Vorliebe in Schilderungen ägyptischer Verhältnisse, die aus jenen Urkunden am besten erläutert werden können. Dies hat Am. Peyron (Pap. Taur. I 21) schon im Jahre 1826 erkannt, und Lumbroso hat es in den Atti der Turiner Akad. 1869 p. 229 f. 682 f. und in seinen für Culturgeschichte äusserst lehrreichen recherches an verschiedenen Orten erwiesen. Uebrigens versteht es sich von selbst, dass der innere Werth der Trugschrift nicht erhöht wird durch die Nothwendigkeit, das Colorit .der Darstellung als ein ägyptisches anzusehen und dass die Ueber- Schätzung ungerechtfertigt ist, zu welcher vor Allen Bern. Peyron (Pap. Brit. p. 36) sich hat verleiten lassen. Was aber von Aristeas gilt, muss (nach S. 153 f. 162 f.) in gleicher Weise von Artapanos behauptet werden. 4. Alexander der Milesier und Alexander der Myndier. Für identisch mit dem Myndier Alexander hatte schon Wegener (De aula Attal. p. 201 f.) den Polyhistor erklärt aus Gründen, die zu widerlegen Rauch (a. a. 0. p. T) wenig Mühe hatte. Aber auch Hulleman’s triftigere Gründe werden durch die richtige Bemerkung Rauch’s entkräftet, dass eine Schrift wie die Thiergeschichte des Myndiers, die aus eigenen Beobachtungen an Thieren hervorgegangen zu sein scheint (Athen. IX 393 d), die neben dem gleichnamigen Meisterwerke des Aristoteles zu stehen für würdig gehalten wurde (Athen. II 65 a. IX 388 d. 389 c und oft; schol. Theokr. VII 140), mit der Schriftsteller ei des Polyhistors sich schlecht reimt. — Der Beiname 'Myndier’ ferner war, wie aus der häufigen Erwähnung bei Plutarch, Aelian, Athenäos, Photios, den Scholiasten zu Homer und Theokrit hervorgeht, nicht minder bekannt als der Vorname Cornelius und der Ehrenname Polyhistor. Wie kommt es, wenn diese Namen demselben Manne angehören, dass Plinius, Josephus, Pseudö-Plutarch, Clemens, Eusebios, Synkellos, insbesondere aber Stephanos aus Byzanz, der unzählige Male den Polyhistor nennt, nie vom Myndier sprechen? dass umgekehrt alle die, welche die Werke des Myndiers erwähnen, ihm nie den bei einem Griechen so auffälligen Namen Cornelius, nie den noch auffälligeren Polyhistor geben? dass Plinius, der im Text und in den Indices seines grossen Werkes sein• oft den Namen des Polyhistors nennt, gerade das beste Werk des von ihm wohl gekannten Mannes, wenn es dessen Werk war, nicht citirt und nicht benutzt hat? denn in den zoologischen Abschnitten der Naturgeschichte kommt der Name des Polyhistors überhaupt nur Einmal vor (IX 56), und hier ist sicherlich nicht die 'Thiergeschichte5 des Myndiers verstanden. Wie erklärt man es, wenn Alexander Polyhistor der Myndier war, dass Stephanos ihn nicht nennt, da wo er die aus Myndos stammenden Grammatiker aufführt (s. v. Mvvdog)? Wenn alles dies entschieden gegen Hulleman’s Annahme spricht, so wird die Nachricht Suidas’, Alexander sei der Milesier dieses Namens, und der Eudokia (a. a. O.), die ausdrücklich den Milesier vom Myndier unterscheidet und jenen mit dem Polyhistor identificirt, nicht verworfen und nicht verstümmelt werden dürfen, wie es Hulleman thut. Die verdorbene Stelle bei D. L. I 29 endlich ergiebt ebensowenig Sicheres über die Identität des Polyhistors mit dem Myndier, wie das, was Hulleman (p. 96) sonst beibringt, aber selbst für anfechtbar erklärt.

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