Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 101)
- Language
- German
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203 3. Eusebios und Pseudo-Aristeas. Die Eusebischen Auszüge aus Pseudo-Aristeas haben in der neuesten, grundlegenden Ausgabe Moriz Schmidt’s nicht die gebührende Würdigung gefunden. Sie sind zur Her- Stellung des unglaublich verwahrlosten Textes nicht verwendet worden, obgleich Schmidt selbst anerkennt (S. 5), dass Eus. die Stelle einer ganz vorzüglichen Handschrift vertritt. Schmidt unterlässt es, weil er befürchtet, durch Aufnahme der Eusebischen Varianten den Text 'scheckig zu machen’. Das Bedenken des trefflichen Kritikers wäre begründet, wenn es sich hier um 'sporadische Aufnahme specioser Citate’ aus abweiehender Recension handelte. Durch Eus. aber besitzen wir Excerpte, denen 'genau unser Text mit genau derselben Art von Schäden’ zu Grunde lag (Schmidt das.), die bedeutend umfangreicher sind, als der verglichene Text zweier Handschriften (A und V, aus denen Varianten aufzunehmen Schmidt kein Bedenken trägt) und von wenig geringerem Umfange, als die dritte (C) von den vier Handschriften, die überhaupt verglichen worden sind. Und diese Handschriften sind ausserdem entweder lückenhaft, oder nur stellenweise verglichen worden, sodass zumeist ein einziger Zeuge genügen musste. So lange daher nicht andere und bessere Handschriften zur Vergleichung herangezogen sind (Lumbroso Rech. p. 351 nennt ihrer 7), wird des Eus. Hilfe nicht entbehrt werden können. Dieser aber hat seinen Text nicht gefälscht; wenigstens ist das von Schmidt (S. 6) nicht bewiesen worden. z8z8v%8 (19, 11) ist eine bei Späteren so überaus häufige Form, dass sie von Eus. nicht absichtlich in zszv%Y}7te} das auch Josephus liest, geändert sein kann. Auf cpaivr\za1 (19, 19) führt B 11. Lumbroso Atti di Tor. 1869 p. 522. 535; %QY1(1cLzocpvXa'itcig (20, 5) kann erleichternde Lesart eines Schreibers ebensogut sein, wie des Eus.; 87tdst-ag (21, 8) ist nicht besser und nicht schlechter als das Medium, welches Eus. 22, 22 nicht antastet. Die Aenderung 21, 1 rührt nicht von Eus. her; denn die Handschriften des Aristeas zeigen, dass der Archetypos hier unleserlich war, und %az86zr\aa ist schwieriger als — 6a^18v. Auch beruht die Vermuthung Schmidt’s hier und 21, 2 auf der Annahme einer Versetzung, die jedenfalls unnöthig ist. 19, 20 endlich findet sich in ß bei Eus. eine Umstellung, wie sie die besten Handschriften aller Schriftsteller tausendfältig aufweisen; a aber schreibt genau wie Schmidt. Dieser scheint auch nicht die Absicht gehabt zu haben, eine genaue Vergleichung der Eusebischen Auszüge zu geben. Aus dem ersten Excerpt (350 a If.) ist zu 14, 17—15, 2 keine einzige von 8 Varianten angegeben worden, obgleich liier der Text Schmidt’s nur auf A ruht und aus Eus. mehrere Male sicher verbessert werden konnte. 14, 23 ist 6710v8Ü6g> schon darum nothwendig, weil Aristeas mit dem Ausdruck zu variiren liebt (vgl. 46, 8. 13. 19 u. s. w.); 14, 25 1. za zcov (vgl. 13, 17. 25. 15, 27); 14, 33 musste sxainP 6 geschrieben werden (vgl. 13, 19. 21. 14, 17. 21, 15. 25 u. s. w.), da Eus mit A übereinstimmend 6 liest. Im folgenden Excerpt p. 18, 23—22, 26 sind zu den 44 aus d vermerkten Varianten 21 zu berichtigen oder nachzutragen, wenn man Verschiedenheiten der Accente und des Apostrophs nicht mitrechnet. Doch hat man überhaupt kein Recht, als Text des Eus. anzusehen, was d zufällig als solchen darbietet. Ein ganz anderes Bild desselben erscheint in Gaisford’s reichem Apparat, den Schmidt nicht benutzt und nicht nennt. So stimmt 19, 20. 21, 5 a mit Aristeas überein. 22, 14 schreiben sogar BCEGI wie Aristeas. 18, 24. 19, 1. 27 schreibt ß 8L680a1g und eicdovvai (was trotz Josephus’ üttd. das Richtige ist nach Bern. Peyron Pap. Brit. 2, 32. 65. 77. 110. p. 36; Pap. Taur. 2, 29 und oft; Lumbroso Rech. p. 129). Die übrigen Excerpte sind von Schmidt in derselben Weise behandelt. So wird 36, 26 eine Conjectur Viger’s als Lesart des Eus. angesehen; 41, 5 ist nicht beachtet, dass CFGI wie Aristeas lesen, und oft sind Varianten in d übergangen oder falsch angegeben worden. — Wenn auch alles