Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2720904-2720963--084-2722880- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
187 Gesinnung, von ihrem Verhältniss zu den LXX, von ihren historischen Untersuchungen und ihrer literarischen Gegnerschaft zu judädschen Hellenisten wissen, verdanken wir einzig und allein diesen durch Alexander geretteten Texten. Yon geringerer Wichtigkeit, aber immerhin höchst beachtenswerth sind auch die Fragmente des Eupolemos. Denn sind auch einzelne in Palästina abgefasste griechische Schriften neben der des Eupolemos zu nennen, so ist es doch immerhin bemerkenswerth, dass um die Zeit der Makkabäerkämpfe und von einem dem Helden Makkabi nahe stehenden, sehr patriotisch gesinnten Manne eine Parteischrift in griechischer Sprache abgefasst worden ist, wie sie uns hier vorliegt. — Die Schrift des Eupolemos, wie zahlreiche Beziehungen der übrigen Autoren, insbesondere des Demetrios und Artapan, zu der Deutungsweise des palästinischen und babylonischen Midrasch haben die Thatsache ergeben, dass nicht überall, wo ein Einverständniss zwischen den letzteren und hellenistischen Anschauungen besteht, diese jenen entlehnt sein müssen; dass vielmehr häufig die Einwanderung hellenistischer Lehren, Deutungen und Sagen in die Schulen des Stammlandes anzunehmen ist. — Einzig in ihrer Art wie die Schriften der Samaritaner und des Eupolemos erschien auch die Artapanos beigelegte Trugschrift. Durch ein Zusammentreffen glücklicher Umstände ist es möglich geworden, dieselbe in Verbindung zu setzen mit einer Reihe ähnlicher Trug- Schriften, die Werkstätte dieses Fälschers als das Brutnest zahlreicher noch heute erhaltener Pseudepigraphen zu erkennen und dadurch einen ehrlichen, durch ungerechte Anklagen verratenen Mann, Aristobul, von falschem Verdacht zu befreien. Hierdurch hat zugleich die Abfassungszeit des in vielfacher Beziehung wichtigen Aristeasbriefes genauer, als es bisher möglich war, bestimmt werden können. — Nachdem der griechische, arg verwahrloste Text von zahllosen Fehlern gereinigt war, ist es ferner möglich geworden, manche neuen Aufschlüsse über Sprache und Stil der judäisehen und ägyptischen Hellenisten zu gewinnen. — Endlich haben die Beziehungen des Josephus zu seinen Vorgängern durch zahlreiche Belege erläutert werden können. Einen Quellennachweis für die erste Hälfte der Josephischen Antiquitäten zu liefern, ist bisher nicht möglich gewesen. Nur vermuthen konnte man, dass er gerade da, wo er scheinbar am freiesten dichtet, älteren Quellen am treuesten ist. Die Vergleichung Josephus’ mit unseren Schriften hat gezeigt, welcher Art diese Quellen