Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 84)
- Language
- German
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stellern zugleich, nach Demetrios, Eupolemos und Aristeas, der Text hätte interpolirt sein müssen. Ja aus einer Erklärung des ältesten und zuverlässigsten von allen diesen Geschichtschreibern, des Demetrios, geht hervor, dass wenigstens er einen solchen Zusatz schon vorgefunden hat (S. 43). — Form und Inhalt der untersuchten Schriften zeigen uns ein vielfarbiges Bild von den Stoffen, den Mitteln und Zielen, mit denen man schon in der frühesten Zeit des Hellenismus forschte und deutete, chronologische und historische Untersuchungen anstellte, einen apologetischen, religiösen und historischen Midrasch schuf. Diese bunte Mannigfaltigkeit von Bestrebungen und Fähigkeiten steht weit ab von jener gleichförmigen Masse einander ähnlichster Erscheinungen, die, wie man häufig geglaubt und gelehrt hat, die gesammte jüdisch-hellenistische Litteratur ausmachen sollte. Es sind hier Singularitäten zu Tage getreten, die sich sonst nicht wiederfinden. Eine dürftige, aber ehrliche Chronik, wie die des Dernetrios, eine national und religiös gesinnte und doch zu willkürlichsten, gewaltsamen Aenderungen des Bibeltextes geneigte Exegese, wie die des Eupolemos, ein Versteckspiel mit den heiligsten religiösen Ueber- Zeugungen, wie es Artapanos treibt, kennt sonst die Litteratur des judäischen Hellenismus nicht. Nur Eine Erklärungsart, die man doch überall hat finden wollen, fehlt in der gesammten hier untersuchten Schriftenreihe, wie auch in den poetischen Fragmenten des Alexandrischen Werkes: die allegorische, was eben beweist, dass man sehr Unrecht thut, hellenistische mit allegorischer Exegese für identisch zu erklären. Nichts aber kann besser als diese Singularitäten bezeugen, wie gewaltige Lücken die Litteratur des jüdischen Hellenismus aufweist* denn dass diese Schriften einst nicht vereinzelt standen, dass sich zahlreiche verwandte Erscheinungen ihnen anschlossen, konnte wiederholt nachgewiesen werden. — Wie die verschiedenartigsten wissenschaftlichen Richtungen in diesen Fragmenten hervortreten, so sind sie auch auf den verschiedensten Gebieten des jüdischen Hellenismus entstanden. Nach Aegypten führen uns Demetrios’ Chronik und Artapanos’ Trugschrift; unter die samaritanische Bevölkerung der hellenisirten Städte Syriens oder Palästinas der unbekannte Samaritaner, der Eupolemos’ Namen trägt, und Malchos- Kleodemos; nach Palästina Eupolemos selbst. Die letztgenannten Thatsachen sind es, die besondere Aufmerksamkeit verdienen. Alles, was wir von Schriften samaritanischer Hellenisten, von ihrer religiösen