Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 82)
- Language
- German
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184 noch Niemand verstiegen. In der That fehlt hierzu jeder Anhalt, während Alles, Inhalt, Form und Behandlungsweise dieser Compilation, auf den Mann hinweist, den als Verfasser nicht bloss Eusebios, wie Rauch (p. 25) sagt, sondern schon Josephus und Clemens kennen, dessen Leben und Werke uns erst den Standort angewiesen haben, von dem aus diese Schrift erkannt und gewürdigt werden konnte, auf Alexander Polyhistor. Durch den Erweis der Echtheit unserer Fragmente ist die Grundläge von Untersuchungen sichergestellt, die uns zu nicht unwichtigen Ergebnissen geleitet haben. Möge es gestattet sein, auf die wichtigeren derselben in kurzer Rückschau hinzuweisen. — Wie aus Eusebios5 und Alexanders schriftstellerischer Thätigkeit ein helles Licht auf diese Excerptensammlung fiel, so ist es jetzt möglich, jene durch diese zu beleuchten. Durchgängig ist bestätigt worden, was die Voruntersuchung zu erweisen versucht hat. Eusebios zeigt bei der Sammlung dieser von Alexander übel behandelten Bruchstücke eine Treue und Gewissenhaftigkeit, die bei der Beurtheilung des vielgescholtenen Mannes unvergessen bleiben muss. Die schlimmsten Fehler seines Vorgängers, die willkürlichen Aenderungen des Bibeltextes, wie sie ein Eupolemos, die entschiedensten Abweichungen vom Buchstaben und vom Geist der Bibel, wie sie ein Artapan sich zu Schulden kommen liess, er nimmt sie ruhig hin, ohne durch die geringste Aenderung seinen gänzlich verschiedenen Standpunkt zu bezeichnen. — Doch seine Gewissenhaftigkeit könnte durch zahlreiche andere Belege erhärtet werden, wenn unsere Fragmente sie nicht erwiesen*, wichtigere Aufschlüsse aber geben diese uns über den Polyhistor. Die wissenschaftlichen Arbeiten dieses merkwürdigen Mannes erstrecken sich über die verschiedensten Gebiete. In der Staaten- und Literaturgeschichte, in der Geographie und Philosophie, in der Grammatik und Rhetorik, überall begegnen wir dem unermüdlichen cVielwisser\ Dass er ohne Urtheil und ohne Kritik arbeitete, dass er ein Sammler und kein Forscher war, das zeigte ein Bück auf* die erhaltenen Trümmer seiner zahllosen Schriften. Aber wie weit seine Unzuverlässigkeit geht, ob er nicht bloss kritiklos seine Texte zusammenstellte, sondern auch gewissenlos genug war, sie bewusst zu fälschen, das ist allein aus unseren Fragmenten zu entscheiden möglich, weil wir hier ihn controliren können, freilich nicht durch Vergleichung mit seinen Vorlagen, die unwiederbringlich