Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
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182 Byzanz, Suidas nicht unbekannt bleiben können. Ein schwerverständlieber Einwand! Weiss Cruice nicht, dass Josephus und Clemens Alexanders Compilation kennen? Oder glaubt er, dass diese später als Stephanos und Suidas gelebt haben? oder dass Männer vom Schlage eines Diogenes und Athenäos ein apokryphes Werk zu benutzen Anstand genommen haben würden? — Die äusserst incorrecte Sprache des Alexandrischen Werkes als einen Beweis für die Unechtheit desselben zu verwerthen, hat keiner seiner Gegner versucht. Mit Recht. Denn es ist in diesen Untersuchungen des öfteren nachgewiesen worden, dass Alexander, wenig bekümmert um die Form wie um den Inhalt seiner Texte, ab und zu zwar grössere Unebenheiten des Stiles geglättet, im übrigen aber an den Wortlaut seiner Vorlagen sich gehalten und sich fast immer begnügt hat, durch gewaltsame Kürzungen und Verschränkungen und durch durchgängige Einführung der indirecten Redeweise den Fragmenten seinen Stempel aufzudrücken. Alle sprachlichen Sünden der Compilation beweisen daher nicht die Unfähigkeit des Compilators, besser zu schreiben, sondern nur die Flüchtigkeit seiner Arbeit. Die spärlichen Zwischenbemerkungen Alexanders selbst, obgleich ebenfalls in flüchtig nachlässigem Tone gehalten (vgl. c. 22. 28. 29), unterscheiden sich doch nur wenig von seinen übrigen Fragmenten, soweit diese von ihm herrühren. Doch es lassen sich nicht bloss die Angriffe auf die Authentie unserer Fragmente zurückweisen•, die Untersuchung derselben hat uns unbestreitbare positive Beweise für ihre Echtheit geliefert. Der Sammler dieser Excerpte hat Juden und Heiden, Palästiner und Samaritaner, Hellenisten und Hellenen zusammengeführt und so Gegensätze vereinigt, die nur für einen Heiden nicht unvereinbar waren. Denn es giebt auf dem Boden des Judenthums keinen Standpunkt, der sich zugleich mit Demetrios und Artapan, mit dem echten und falschen Eupolemos, mit den Judäern und den Samaritanern, mit den patriotisch gesinnten Juden und dem judenfeindlichen Apollonios Molon befreunden könnte. Es lässt sich kein Grund denken, warum ein Jude dergleichen zusammengetragen haben sollte, ohne Alexander selbst redend einzuführen und ohne mit irgend welchen Gegenbemerkungen die eigene Anschauung zu kennzeichnen. Und nie kann ein eigenes den Juden günstiges Urtheil von Alexander oder dem als Alexander auftretenden Fälscher den Excerpten hinzus