Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 79)
- Language
- German
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181 wir auch Manetho, Augustus und Julianus Apostata für Juden (nach Jos. c. Ap. I 14. Ant. XVI 6, 2: Jul. I 898 Sp. episfc. 25), Philon für einen Götzendiener (nach II 306, 34), Hekatäos und Diodor, Onias, den Erbauer des Heliopolitanischen Tempels, und Flavius Josephus für Anhänger ägyptischen Götzendienstes (nach Plut. de Is. 6; Diodor I 49. 70. 73; Jos. Ant. XIII 3, 1. c. Ap. I 26) erklären müssen. Was sonst gegen Alexander’s Urheberschaft vorgebraeht worden ist,istnoch grundloser, als alles früher Erwähnte. Den Einen, wie Sevin und Burigny (Mem. de l’acad. des inscr. et b. 1. III 374. XXIX 204), war er zu unwissend in jüdischen Dingen, den Anderen, wie Havet (p. 64), zu gelehrt und zu geistvoll, um solch eine Excerptensammlung anzulegen. In Wirklichkeit aber war er weder das eine noch das andere, sondern eben gut genug zu einem Werke, das ebensosehr von wüster Gelehrsamkeit zeugt, wie Alles, was wir sonst von dem nirgends geistvollen, sondern überall urtheilslos sammelnden Notizenkrämer wissen. Ob er von einer Gesetzgeberin Moso oder von dem Gesetzgeber Moses spricht; ob er den ehrlichen Demetrios oder den trügerischen Artapanos excerpirt; ob er jüdische oder indische, chaldäisch-babylonische oder ägyptische und libysche Geschichte darstellt; ob er Wundergeschichten sammelt oder über die Abfolge der Philosophen schreibt — immer bleibt er derselbe leichtgläubige, kritiklose, gedankenarme Vielschreiber, den man gelehrt nennen kann, wenn Aufhäufung von todten Kenntnissen Gelehrsamkeit ist, den aber vor Havet Niemand 0geistvoll* genannt hat und wohl Niemand nach ihm so nennen wird*5'1). — Endlich meint Cruiee (p. 26), ein Werk wie das Alexandrische hätte Männern wie Plutarch, Valerius Maximus, Diogenes Laertios, Athenäos, Stephanos von *) Eusebios hat ihn 7tolvvovg genannt (pr. ev. IX 17); aber man kann doch Ensebios zu dergleichen Urtheilen nicht für eompetent halten, und zudem heisst nolvvovs nicht 'renomme par son esprit5, sondern, wenn es hoch kommt, 'sehr verständig5. Das aber war der Polyhistor dem sehr fleissigen, sehr verdienten, aber wahrlich nicht geistvollen Eusebios gerade um der geistlosen Sammlung 7sfqI 9Iovdaicav willen, weil diese ihm die für die praeparatio unschätzbaren Excerpte geliefert hatte, und weil Eusebios in dem ganzen litterärischen Schaffen des Polyhistors nur die eigene Sammlerthätigkeit erkannte und schätzte. Hulleman (Miscell. phil. p. 178) billigt das Urtheil des Eusebios auf Grund einer starken Ueber- Schätzung des Polyhistors und einer maasslosen Unterschätzung des Kirchenvaters (oben S. 3. 12f.). Dass er aber Alexander nicht für 'geistvoll5 hält, zeigt seine Zustimmung zu dem wegwerfenden Urtheile Rauch’s (das.).