Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 78)
- Language
- German
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180 Mauetlio oder der heidnische Interpolator desselben (Jos. c. Ap. I 14 g. E.). Eine sehr gründliche Kenntniss und eingehende Benutzung der Bibel aber treffen wir bei heidnischen Schriftstellern der Zeit an, da das immer stärker gegen das Heidenthum andringende Christenthum Aller Augen auf seine Grundlage, die Bibel, lenkte. So finden sich grosse Bibelcitate bei Celsus (s. Origenes c. Cels I 14ff. IV 186ff. V 270. VI 311 ff) und Julian (fragm. p. 295; Cyr. c. Jul. I 49. 58. II 75. 86 und an unzähligen anderen Stellen). Nicht bloss richtiger als Alexander Polyhistor, sondern richtiger sogar als zahlreiche jüdische und christliche Anhänger der Bibel in der Gegenwart urtheilt ferner über biblische Schriften Porphyrios, der den Grund gelegt hat zu einer wissenschaftlichen Erkenntniss des Buches Daniel, und der auch Josephus’ Schriften kennt, beschreibt und excerpirt (s. Bernays Theophr. S. 23f.). Benutzung von jüdischen Schriften, wenn auch von den Schriftstellern selbst nicht zugestanden, findet sich ferner bei Tacitus, der Josephus’ bellum häufig ausgeschrieben hat, bei Kallimachos nach der Ansicht Valckenaer’s (diatr. p. 125) und, dürfen wir neueren Gelehrten folgen, selbst bei Theokrit (s. Paulus Memorab. H162f.). Wenn es sich aber nur um das Lob des jüdischen Volkes, nicht um Benutzung jüdischer Schriften handelt, so können gegen Chäremon, Lysimachos, Agatharchides, Manetho, Apion und Tacitus, die Cruice allein nennt, die Namen eines Aristoteles, Klearchos, Theophrast, Hekatäos, Megasthenes, Hermippos und Strabon angeführt werden, um derer zu geschweigen, die in ruhigem Erzählertone jedes Urtheils sich enthalten. — Auch dass der Compilator von einer Tieiligen Schrift3 der Juden spricht, beweist nicht den jüdischen Ursprung des Werkes; sonst würden kann sie doch (wegen der unbiblischen Worte ysvsad'co yr\ KtL) nur von einem Heiden herrühren, worauf mich Herr Prof. Graetz aufmerksam gemacht hat. — Chalcidius, in dessen Compilation über Platon’s Timäos häufig die Bibel citirt wird, ist oben nicht erwähnt worden, weil er kein Heide und kein Christ, sondern ein Jude gewesen zu sein scheint. Christlich ist in derselben Nichts als die Interpolation c. 125: 'Est quoque — nuncupasse5. Dass auch römische Juden litterärisch thätig gewesen sind, beweist der Dichter, den Martial (XI 94) mit unfeinem Spotte verfolgt, der Verfasser der quaestiones zu den Königsbüchern und der Chronik und der Ueberarbeiter der quaestiones des Hieronymus, von denen Lagarde im Psalter, j. Hebr. Hieron. p. VIII und in der Vorrede zur Genesis p. 23 Kunde giebt. ' Chalcidius muss übrigens, da Nemesios stark benutzt ist. frühestens dem Anfang des 5. Jahrhunderts angehüren.