Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 75)
- Language
- German
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177 nicht als ein unmögliches oder erstaunliches Phänomen angesehen werden kann. Noch bevor Alexander der Grosse der griechischen Nation den Orient aufgeschlossen hatte, haben einige griechische Schriftsteller eine wenn auch noch sehr dunkle Kunde von dem kleinen jüdischen Volke gehabt. Dürfte man den Angaben mehrerer Kirchenväter trauen, so hätte schon der ältere Zeitgenosse Herodot’s, Hellanikos von Lesbos, Moses’ Erwähnung gethan (s. Jul. Africanus bei Eus. pr. ev. X 10. 489 a; Just. Mart. coh. p. 10; Cyrill, c. Jul. I 15 Spanh.); doch beruht diese Annahme wohl auf einem Missverständniss. Sicher aber ist, dass Herodot die Juden gekannt hat; denn wenn auch die von ihm (II 159) erwähnte Stadt Kadytis nur Gaza, nicht Jerusalem sein kann und Megiddo von ihm mit Migdol verwechselt wird (das.), so kann er doch unter den Syrern in Palästina, welche die Sitte, der Beschneidung üben (II 104), nur die Juden verstanden haben. Sein jüngerer Zeitgenosse, der Epiker Chörilos, singt von einem Volke, das Cphö11ikische Rede entsendet und im solymischen Gebirge wohnt am breiten See* (Jos. c. Ap. I 22), worin wenigstens eine grosse Zahl von Gelehrten eine Hinweisung auf den dem todten Meere benachbarte!! Stamm der Juden erblickt (s. Bernays Theophr. S. 109). Es häufen sich die Zeugnisse, nachdem Alexander’s Schwert und Aristoteles’ Geist die Welt erobert hatten. Das bei den Griechen, wie die Logographen bekunden, immer vorhanden gewesene Interesse für die 0Barbaren* steigerte sich zu lebhafter Theilnahme für die wunderbaren Länder und Leute des Orients, und auch Judäa, das von Ackerbauern bewohnt, dem Handel und der Seefahrt abgeneigt, von der Küste des Mittelmeeres durch den schmalen Saum phönikischer und philistäischer Ansiedelungen getrennt war, trat ein in den hellen Kreis der universellen griechischen Forschung. Schon Aristoteles beschreibt, wenn auch in zweifelnd ungläubigem Tone, Naturphänomene des todten Meeres (Meteor. H 3. 359, 16). Seinem Schüler Klearchos zufolge hatte der Meister die Juden für eine philosophische Secte der Syrer erklärt und־ in philosophischem Verkehr mit einem Juden die echt griechische Haltung des Mannes, seine Enthaltsamkeit und Selbstbeherrschung rühmend hervorgehoben (Jos. c. Ap. I 22). Theophrast, der Nachfolger des Aristoteles auf dem Lehr- Stuhle des Peripatos, kennt nicht bloss genau die Balsamgärten von Jericho und ihr köstliches Erzeugniss, sondern spricht auch mit 6