Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 74)
- Language
- German
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176 Gründe von grösserem Gewicht sind beigebracht worden, urn darzuthun, dass nicht Alexander Polyhistor die Sammlung unserer Excerpte angelegt habe. P. M. Cruice hat (De Flavii Josephi fide p. 23) auf die von Eusebios (c. 19. 421b) erhaltenen Worte hingewiesen und behauptet, dass sie nur vop einem Juden geschrieben sein können. Das ist unbestreitbar und entspricht dem, was oben (S. 36 Anm.) zu erweisen versucht worden ist. Aber Cruice folgert weiter, dass um dieser Worte willen der Heide Alexander nicht der Urheber der Compilation sein könne. Dabei vergisst er zu beweisen, dass sie überhaupt von dem Compilator herrühren, wie sie denn von Havet (p. 64) dem M01011, oben (S. 36) dem Demetrios zugewiesen worden sind. - Noch viel willkürlicher verfährt Cruice (p. 24h) mit Angaben des falschen und des echten Eupolemos. Nachrichten, die Alexander ohne Kritik und ohne jede Bemerkung aus seinen Vorlagen excerpirthat — die Erfindung der Astrologie durch Henoch, Moses’ Mittheilung der Buchstabenschrift an die Phöniker, der Brief- Wechsel zwischen Salomo und Chiram — erweisen nach Cruice die Unechtheit der Excerpte; denn der Sammler soll diese Angaben geglaubt und den Briefwechsel für echt erklärt haben. Das erste ist unbeweisbar, das zweite geradezu unwahr; doch wenn auch beides wahr und bewiesen wäre, würde doch nur die Urtheilslosigkeit eines eilfertigen Compilators, Nichts aber über seine Herkunft dargethan sein. — Etwas weiter holt Rauch (p. 25) zu dem Beweise der Unechtheit aus. Ein Sammelwerk über israelitische Geschichte anzulegen, sei, so meint er, Sache eines Juden und nicht eines Griechen. Ein Jude müsse daher wohl den Namen des Polyhistors, welcher als gelehrter Erforscher der Geschichte Asiens bekannt war, seiner Compilation vorgesetzt und damit den arglosen Eusebios getäuscht haben. Diese Beweisführung Rauch’s — welcher bei C. Müller (oben S. 17), wie bei Havet (p. 65) als "Rumpf erscheint — sucht Havet durch die Behauptung zu verstärken, dass ein Mann wie der Polyhistor nicht ein Werk verfasst haben könne, das mit Dingen angefüllt sei, von denen ein Heide niemals sprechen hörte und um die er sich nicht im geringsten kümmerte (p. 64). Um den Ungrund aller dieser Behauptungen darzulegen, mögen in gedrängter Uebersicht die Zeugnisse griechischer Schriftsteller über das jüdische Volk ■von der ältesten Zeit bis auf den Polyhistor herab zusammengestellt werden. Sie werden beweisen, dass die Compilation Alexander’s