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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 73

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 73)
Language
German
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IRI
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175 diese Thatsache dürfen wir nicht, wie es von Anderen geschehen ist, mit vornehmem Schweigen hinweggehn, sondern müssen die vorgebrachten Anklagegründe einer Prüfung unterziehen, die erst j.etzt eine genaue sein kann, nachdem wir Alexander und sein Werk kennen gelernt haben. — Man hat unter Echtheit unserer Fragmente ein Doppeltes verstanden: entweder ihre Abfassung durch die Män־ ner, deren Namen sie tragen, oder ihre Sammlung durch den Polyhistor. In ersterem Sinne kann ihre Authentie nicht ernstlich bestritten werden. Auch der hartnäckigste Zweifler muss sich sagen, dass diese Trümmer von Schriften einen innerlich zu verschiedenen Charakter aufweisen, als dass man annehmen dürfte, Ein Mann habe sie sämmtlich zu irgendwelchem unlauteren Zwecke gefälscht und seiner Fälschung Anstrich und Namen einer Sammlung gegeben. Wer hätte auch zugleich Fragmente eines Demetrios und eines Artapanos, eines Ezekielos und eines Theodotos erdichten mögen und können? Allerdings musste oben eingeräumt werden, dass eine der in das Sammelwerk aufgenommenen Schriften — die des Ar tapanos — einen unechten Namen an der Stirne trage; aber der Compilator war blöde genug, ein apokryphes Werk als echt in gutem Glauben hinzunehmen, und zudem hatte ja auch eine Trugschrift Anrecht auf Einreihung in eine Compilation, wie die Alexanders ist. — Es war Havet Vorbehalten, auch in diesem Sinne die Authentie der Eusebischen Texte zu leugnen und sie für gänzlich werthlos zu erklären (Memoire sur la date des ecrits de Berose etc. p. 64). Das wagt er, gestützt auf die unleugbare Thatsache, dass der Aristeas des Alexander nicht der Hofbeamte des Ptolemäos, Demetrios nicht der Plialereer, Theodotos und Eupolemos keine heidnischen Griechen, Molon nicht der berühmte Apollonios Molon von Rhodos sei. Und da man das zugeben kann — und Alles bis auf das letzte zugeben muss — ohne darum die Echtheit unserer Excerpte im mindesten für erschüttert zu halten, so wird die fehlende Beweiskraft der Gründe durch eine ebenso neue, wie unklare Definition ersetzt, wonach man unter authentischen Texten diejenigen versteht, cqu/on peut rapporter ä des ecrivains connus d’ailleurs et faisant autorite\ Mit einer solchen Definition bewaffnet, kann man freilich recht viel bestreiten und von der Hälfte der aus dem Alterthum geretteten, kostbaren Fragmente verschollener Schriftsteller behaupten, cqu’ils n’ont pom* nous aucune valeur*.

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