Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 71)
- Language
- German
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173 zu Artapan. Dass Moses die in Symbolen überlieferte Weisheit der Aegypter, welche die Hieroglyphen mittheilen, erlernt habe (H 84, 19), ist wenig Phiionisch (s. oben S. 147), aber durchaus Artapanisch. In welchem Verhältniss nun aber Ezekielos und Philon zu Artapan stehen, kann aus diesen und wenigen anderen Uebereinstimmungen nicht erschlossen werden. — Aus Artapan scheint auch die dem Pythagoreer Numenios (bei Euseb. pr. ev. IX 8) zugeschriebene Er- Zahlung zu stammen*). Nur Artapan kann die Namensform Movaatog für Moses entlehnt sein, da sie sich bei keinem anderen Hellenisten findet. Die Namen der ägyptischen Schriftgelehrten Jannes und Jambres (oder Mambres) ferner sind gräcisirte ägyptische Namen (Lauth Mos. d. Ebr. S. 77; Ewald Gesch. H3 128), und der Charakter der Erzählung erinnert durchaus an Artapanische Dichtung. — Die Sage von dem Kampfe der beiden ägyptischen Zauberer mit Moses geht fast unverändert durch eine unendliche Zahl griechisch-römischer, jüdischer und christlicher Schriften. Wir finden sie bei Plinius, Appulejus und Celsus. Von ihr wissen Talmud, Midrasch und Targum. Sie erscheint im neuen Testament, in christlichen Apokryphen und in einer unübersehbaren Zahl patriotischer und ekklesiastiseher Schriftsteller. Ja selbst der Spötter Voltaire hat die alte Fabel benutzt, um in seinem Eunuchen und weiland Oberhofzauberer Mambres eine seiner ergötzlichsten Gestalten zu schaffen**). Wohl Niemand wird bezweifeln, dass Märchen, wie sie Pseudo- Artapan über diese Zauberer und über seinen Moses-Musaios-Hermes ־*) Sie Numenios abzuspreehen, was Valckenaer (diatr. p. 18) und viele Andere thun, ist ungerechtfertigt; denn offenbar nicht von einem Juden, sondern nur nach jüdischen Sagen ist diese den Juden eben nicht günstige Erzählung geschrieben worden. Anders verhält es sich mit den über die Maassen judenfreundlichen Aeusserungen, die ihm bei Origenes (I 13. IV 198f. Sp.); Clemens (st.1*. 122. 411 Pot.); Hesych. Miles. (bei Müller fr. h. Gr. IV171) 5 Suidas (s. v. N0vf1rtv10s) beigelegt werden. **) Plin. nat. hist. XXX 1; Appul. apol. II 580 Oud.; Cels. bei Origen. IV 199 Spenc. —; Menacli. 85 a; Tanch. Exod. 32, 1; Jalk. Schern. 168. 176; Chron. Mos. II 5 Jell.; Ps.-Jonath. Exod. 1, 15. 7, 11. Num. 22,22—; Timoth. II 3,8; evang. Nikod. c. 5; Origenes in Matth, tr. 26. 35 (zahlreiche andere Belege ans Christliehen Schriften giebt Fabricius cod. pseud. v. t, p. 813 f.); Voltaire Le taureau blanc oenvr. XLV 369. — Als Bestätigung für die hier aufgestellten Ansichten über das Verhältniss Joseplius’ und Numenios’ zu Artapanos, diene Ewald’s schöne Bemerkung (Gesch. II3 128). Ohne an Artapan zu denken, schliesst er bloss aus dem Charakter dieses Schriftthums, dass Joseplius’ Quelle, wie die des Numenios, nur das Werk eines 'griechelnden Judäers5 sein könne, das diese und ähnliche 'Romane5 enthielt.