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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 69

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 69)
Language
German
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IRI
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171 Umarbeitung der Trugschrift ihm Vorgelegen zu haben. Doch ist eine sichere Entscheidung hierdurch nicht geboten. Soviel aber steht fest, aus Alexander’s Auszug aUeinhat Josephus Artapan nicht kennen gelernt, und aus den Antiquitäten (I 8, 1—2*. II 9, 1—2. 5—7. 10, 1—11, 1. 18, 2—3) lässt sich Artapan trotz mancher Zuthat des späteren Geschichtschreibers ebenso sicher ergänzen, wie eine grosse Zahl theilweise verlorener Schriften aus den Ueb erarbeit ungenDiodor’s, Strabon’s, Plutarch’s und Anderer. Seine wirkliche Quelle anzugeben unterlässt aber Josephus, weil er ausser der Bibel überhaupt keine einzige seiner jüdischen Vorlagen nennt. Er erklärt, dass er durchaus nach dem hebräischen Text arbeite, und doch folgt er den LXX auf Tritt und Schritt. Er nennt nie das I. Makkabäerbuch, das er oft wörtlich ausschreibt•, nie Philon's grosses allegorisches Werk, Lebensbeschreibungen und Streitschriften, die er doch häufig benutzt hat16. Den Aristeasbrief dagegen citirt er, weil er ihn für das Werk eines Heiden hält (Ant. XH 2, 11). — Dass die Kirchenschriftsteiler die durch Josephus ihnen dargebotene Gelegenheit, eine Lücke von 80 Jahren in der Geschichte Moses’ durch so wunderbare Erzählungen zu schliessen, sich nicht haben entgehen lassen, versteht sich von selbst. Doch kann hier nicht näher auf sie eingegangen werden. Es genüge die Hinweisung auf Fabricius (a. a. 0. p. 825 f.) und die von Haverkamp angeführten Erklärer des Josephischen Berichtes, welche Belege in genügender Zahl gesammelt haben. — In midraschisclien Schriften tritt die Mosessage in einer Gestalt auf, die natürlich der von Josephus gewählten Umarbeitung Artapan’s näher steht, als der von dem Heiden Alexander angefertigten. Wie bei Josephus finden wir die Weissagungen der ägyptischen Schriftgelehrten (Sanh. 101 b Schern. Rab. c. 15 Jalk. Schern, c. 165 f.), die Erzählungen von Moses’ herrlicher Körpergestalt, dem geschehen ist, annimmt, dass er Demetrios5 Originalschrift benutzt hat. Alexander aber nannte er nicht, weil er die (nach S. 38 f.) nicht umfangreiche Compilation, die wahrscheinlich bloss einen Theil eines grösseren Ganzen gebildet hat, zu erwähnen für nicht geboten erachtete, und lieber die in ihr excerpirten Schriftsteller nannte. Vielleicht hat ihm auch, als er seine Streitschrift ausarbeitete, Alexander’s Werk nicht Vorgelegen. Erklärt er doch ausdrücklich, dass er nicht alle Schriften, die der Juden gedenken, sich habe verschaffen können (c. Ap. das.). Die Namen Demetrios, Eupolemos, Philon entnahm er in diesem Falle seinen bei der Ausarbeitung der Antiquitäten gemachten Notizen. Artapan dagegen überging er, wie auch Kleodemos, Ezekielos und Aristeas.

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