Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 67)
- Language
- German
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169 verhältnissmässig leichtere Werk ■nicht Vollständiger Erdichtung, sondern blosser Interpolation von Gedichten gethan hat? Doch, wie man dieses Dilemma auch lösen mag, die Annahme wird als höchst wahrscheinlich gelten dürfen, dass der Verfasser des Aristeasbriefes einem Artapanos das im Namen * ägyptischer Priester geschriebene Trugwerk untergeschoben hat, und dass in der Werkstatt dieses Fälschers ein grosser Theil der jüdisch-hellenistischen Pseudepigraphen geschmiedet worden ist. Der gerade wiegen seiner Abenteuerlichkeit interessante Roman des Artapanos hat eine Verbreitung gefunden, die ihm seinem sittliehen Werthe nach wenig gebührte. Wie der Augenschein lehrt, hat ihn Josephus als Grundlage seiner von der Bibel durchaus abweichenden Erzählung von der Jugendgeschichte Moses’ benutzt. Es besteht genaue Uebereinstimmung zwischen ihm und Artapan in den Berichten über die Kinderlosigkeit der Königstochter (Jos. Ant. II 9, 7), die Stellung Moses’ am Hofe (das.), seine Körpergrösse und Schönheit (H 9, 6; Artapan 436 c), den Zug gegen Aethiopien (H 10), den durch seine Kriegsthaten geweckten Neid des Königs und der Priester (II 11, 1). Wie Artapan verschweigt Josephus den Todtschlag Moses’, und wie dieser motivirt er die Flucht nach Midian (das.). So genau hat Josephus sich an seine Vorlage gehalten, dass es möglich war, eine in den verstümmelten Excerpten Alexander’s jetzt unverständliche Stelle aus Josephus zu erklären und zu ergänzen (oben S. 160). Umgekehrt kann man einen dunklen Ausdruck Josephus’ aus Artapan erläutern. Die ägyptischen Priester — so berichtet jener (II 10, 2) —freuen sich über Moses’ Zug gegen Aethiopien, weil sie hoffen, durch ihn die Feinde zu besiegen und seiner selbst 0durch dieselbe List sich zu entledigen*. Welche List angewendet wurde, erfahren wir allein aus Artapan (432 d). Bei diesem Sachverhalt ist die Annahme gerechtfertigt, dass Josephus derselben Quelle noch manche andere von der Bibel abweichende Angabe entnommen hat. Die Erzählung von dem Aufenthalte Abraharn’s in Aegypten, seine Absicht, hier bei den Priestern Weisheit zu lernen, sein eigenes Wirken daselbst (Ant. I 8, 1) entspricht ganz den Artapanischen Berichten (fr. 1). Selbst die Form des Namens "Pharaothes", die Josephus statt "Pharao* wählt, kommt der (wie der beste Codex J und B lehren) von Artapan geschriebenen &ctQ€&c6frr1g (fr. 1. 420 b) am nächsten. Das Märchen von den die Geburt des