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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 65

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720963--064-2722860
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167 patetiker Aristobul zahlreiche Verse citirt, die den von ihm genamiteil Dichtern in jüdischem Interesse untergeschoben sind, hat einem Valckenaer, einem Cobet £EQ[17jg p. 176), einem Boeckh (a. a. O.), einem Bernays (Pliokyl. S. XXXIV) und unzähligen Anderen genügt, um ihn für den Verfasser dieser Verse zu erklären *, bei Valckenaer ist diese Voraussetzung sogar die Grundlage der mit Recht gerühmten cdiatribe de Aristobulo Judaeok Ob, was wir sonst von Arb stobul wissen, zu dieser Bezichtigung stimme, wurde nicht gefragt*, dass ein Mann, der ehrlich genug ist, die leichte Aenderung von Ata in 0sov in Versen des Aratos ausdrücklich anzugeben (Eus. pr. ev. XIII 12. 666 d)*), nicht wissentlichen Trug an echten Gedichten des Homer und Hesiod, an vermeintlich echten des Orpheus und Linas begangen haben werde; dass einem mit Ptolemäos Philometor in Verbindung stehenden Manne nicht die Frechheit zuzutrauen sei, in einem diesem Könige gewidmeten Werke — dessen Echtheit keiner der genannten Forscher bezweifelt — den griechischen Dichterfürsten zahlreiche Verse von theilweise ganz jüdischem Gepräge unterzuschieben, das wurde nicht beachtet. So wurde Aristobul zum Fälscher und Beträger gestempelt und büsste für die Sünde eines Anderen — vielleicht des falschen Aristeas-Artapanos. Ihn konnte Aristobul sehr wohl kennen, weil beide in Aegypten gelebt haben, und er hat ihn gekannt. Bei Aristobul tritt die Septuagintasage, die erdichtete Mit- Wirkung des Demetrios von Phaleron und des Königs Philadelphos, ja sogar die Fabel von einer voralexandrischen Bibelübersetzung (Aristeas 19, lOf. 68, 15) in derselben Weise, die letztere sogar in viel bestimmterer und entwickelterer Gestalt auf, wie bei Aristeas, der das Märchen allem Anscheine nach ersonnen hat, und der in viel festerem Tone von der uralten Uebersetzung gesprochen hätte, wenn umgekehrt ihm Aristobul bekannt gewesen wäre. Aristeas- ־*) Valckenaer (p. 86) nimmt an, Aristobul habe das gethan, weil Aratos in Alexandrien viel gelesen ward und bekannter gewesen sei als selbst Homer. Unglaublich! Aratos’ Phänomena bekannter als das Schul-und Volksbuch der Grieeben, als die Grundlage hellenischen Rechts und hellenischer Religion, als die Quelle hellenischer Bildung, bekannter als des göttlich verehrten Homer unsterbliehe Gesänge! Bei Aratos eine Entschuldigung wegen der kaum merklichen, den Sinn nicht störenden Aenderung zweier Silben*, bei Homer freche Einschiebung mehrerer durchaus jüdisch klingender Verse ohne ein Wort der Erklärung! Und das konnte ein Mann von Valckenaer’s Gelehrsamkeit behaupten und nicht minder Geleimte konnten es nachsprechen!

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