Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 64)
- Language
- German
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166 Anschauung, ja sogar der äusseren Form. In beiden bildet eine übertreibende Verherrlichung jüdischer Sitte und des jüdischen Landes den Kern der Schrift. In beiden Schriften wird einem Hochpriester eine Erklärung des jüdischen Gesetzes vor Heiden zugeschrieben (Jos. c. Ap. I 22; Arist. 37, 6)5 in beiden tritt, wie auch in den Briefen des Eupolemos und bei Artapan, eine den Samaritanern feindliche Absicht hervor, wird Samaria einfach zu Judäa geschlagen (c. Ap. H 4• Arist. 33, 18• oben S. 86. 89)*, in beiden, wie auch bei Artapanos, wohnen die Juden sv coTg xata 2vq(ccv xonoig (oben S. 164; c. Ap. I 22). — Auch in anderen rein äusserlichen Umständen stimmt der falsche Hekatäos mit dem falschen Aristeas überein. So vermeiden beide den Hiatus; aber nur in der Ausdehnung, wie es etwa von dem Historiker Theopompos, den Pseudo-Aristeas kennt und citirt (68, 15), geschieht. Auch diese Schrift — denn die zwei verschiedenen Titel scheinen ein und dasselbe Werk zu bezeichnen (Müller fr. h. Gr. H 385) — nahm Rücksicht auf ägyptische Dinge, wie Clemens beweist, der ihr die Aufschrift giebt: Kax *'Aßgainov r.al tovc Aiyvmiovc (str. V 14. 717 Pot.). Was aber noch wichtiger ist, auch sie ist durch Pseudo-Aristeas’ Hand gegangen; denn dieser citirt einen Ausspruch des Hekatäos (19, 17), der sicherlich ihm nicht angehört, der vielmehr in der ihm untergeschobenen Schrift seine Stelle gehabt haben wird. Bei dieser Menge von Berührungspunkten hat der Umstand kein Gewicht, dass Pseudo-Hekatäos’ Angäbe über den Umfang Jerusalems (c. Ap. I 22) der des Pseudo- Aristeas (33, 6 Schm.) widerspricht, ebensowenig, wie dass Pseudo- Aristeas einen Hochpriester gegen den Thierdienst eifern und als Artapanos ägyptische Priester ihn mit Moses’Namen schützen lässt. Wer möchte auch von diesem Lügner innere Uebereinstimmung verlangen? Und wer möchte etwa dem Josephus die Antiquitäten oder die Lebensbeschreibung aberkennen, weil sie unzählige Male seinem zuerst geschriebenen Werke widersprechen? In derselben dem Hekatäos beigelegten Schrift lesen wir einige dem Sophokles untergeschobene Verse, die keinem Anderen als dem Verfasser der Trugschrift angehören werden. In diesem hat Boeckh (Gr. tragoed. princ. p. 146 f.) schon längst den Urheber vieler ähnliehen Fälschungen vermuthet, und diese wohlbegründete Ansicht befreit zugleich einen übel beleumundeten Mann von ungerechter Beschuldigung. Die blosse Thatsache, dass der alexandrinische Peri-