Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 63)
- Language
- German
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165 schnurstracks widersprachen. DemVerfasser des Aristeashriefes dürfen wir die Lügenfertigkeit des Artapanos Zutrauen. Er betreibt ja das trügerische Handwerkim grossen. Er hat Briefe, die von Unwahrheiten und Unwahrscheinlichkeiten erfüllt sind, einem hohen Würdenträger Ptolemäos’ II., dem Könige von Aegypten selbst, dem Hochpriester von Jerusalem und dem Phalereer Demetrios untergeschoben-, er hat den gelehrtesten Erzpriestern Aegyptens eine judenfreundliehe Schrift angeheftet, die sie nimmermehr verfasst haben können; er legt dem Philosophen Menedemos (48, 20)? dem Geschichtschreiber Theopompos (68, 15), dem Könige Ptolemäos und dem Phalereer Demetrios Aeusserungen in den Mund, er will selber von Theodektes, dem Schüler des Isokrates, Worte gehört haben (68, 22), die nie von heidnischen Griechen gesprochen worden sind; er gedenkt sein Gewerbe auch in Zukunft zu betreiben, wie er seinem Philo krates verspricht (69, 27). Es ist demnach keine ungerechtfertigte Yermuthung, es ist eine von den verschiedensten Seiten bestätigte Annahme, dass Pseudo-Aristeas und Pseudo-Artapanos eine und dieselbe Person sind, und dass es die dem letzteren beigelegte Trugschrift ist, auf die sich der erstere im Anfänge seines Briefes (14, 3f.) beruft. Auf denselben verwegenen Fälscher ist wahrscheinlich ein grosser Th eil der noch jetzt vorhandenen Pseudepigraphen zurückzuführen. Von den zwei oben (S. 112) angegebenen, bisher unentscheidbaren Möglichkeiten, welche allein die unzweifelhafte Verwandtschaft der Briefe des Eupolemos mit der Schrift des Pseudo-Aristeas zu erklären vermochten, erscheint jetzt, nach Allem, was über diesen nachgewiesen worden ist, als die wahrscheinlichere, dass Eupolemos von Pseudo-Aristeas verfasste Briefe gleichen Inhalts vorgefunden und nur die ihm unpassend scheinende Form ähnlich umgestaltet hat, wie es Josephus mit den der Bibel entlehnten Briefen gethan hat (oben S. 107). Diese Annahme wird bekräftigt durch die Erdichtung des echt ägyptischen Namens OvagQ^ durch die Anwendung von ägyptisch-hellenistischenRedewendungen 11 und durch die genaue Kenntniss ägyptischer Nomen (c. 32). Das setzt eine Kunde ägyptischer Dinge voraus, wie sie Eupolemos nicht, in hohem Grade aber Pseudo- Aristeas besessen hat (oben S. 153f.). Zwischen dem Aristeasbriefe und der Hekatäos dem Abderiten fälschlich beigelegten Schrift cliber die Juden3 oder cüber Abraham3 besteht offenbar eine Verwandtschaft der Tendenz, des Inhaltes, der