Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
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164 selbst auf die geringfügigsten Einzelheiten. Wie Pseudo-Artapanös Moses für Chenephres, so lässt Pseudo-Aristeas die Juden als Psammetich’s Bundesgenossen gegen Aethiopien ziehen (15, 14f.) — beides unwahre Thatsachen. Wie Pseudo-Artapan die Israeliten in den xazä 2vqiav lönoi wohnen lässt (fr. 1 vgl. fr. 2. 430 a), so bis aufs Wort zusammenstimmend auch Pseudo-Ariste׳as (17, 10. 14, 32). Der Name Artapanos ist persisch und findet sich bei jüdischen Hellenisten sonst nicht; aber auch Pseudo-Aristeas wendet persische Namen für Nichtperser, ja für Bewohner Jerusalems an: ''ÄQGauoc (23, 15), Jdxig oder Jaxyg (23, 4). Die Vergleichung des Sprachgebrauches ist freilieh durch die Umwandlung erschwert, welche die Artapanischen Fragmente durch Alexander erfahren haben; aber mit grosser Bestimmtheit lässt sich behaupten, dass ihr Stil so ist, wie der des Aristeasbriefes sein würde, wenn ein Mann wie der Polyhistor diesen excerpirt hätte14. Obgleich sehr incorrect geschrieben, sind sie doch nicht so gänzlich auf hebräischen Leisten geschlagen, zeigen sie doch nicht einen solchen Mangel an Sprachgefühl, wie die Fragmente des Demetrios, Eupolemos und des echten Aristeas. Wie bei Pseudo- Aristeas (s. Kurz Arist. ep. p. 8) tritt in ihnen unverkennbar das Streben hervor, die Darstellung zu verzieren durch poetische, seltene und ganz neugebildete Worte, wie 8xhji17cdv8n> (435 a), ysw[A)0QsTv (429 d), das nur noch bei Theodotos (427 d) nachgewiesen ist, fo&o- &8aia (432 b), ein an. 26y., xaceyyvdv im Sinne von 0Verloben der Tochter5. Wie Aristeas und viele ägyptische Hellenisten (Peyron Pap. Taur. I 89) bildet er pomphaft klingende Compositionen, wie 7rgoxaxaxayalv (434 a), 8?uxaxazQs%81v (436 b), aniövviGxaG&ai (433 c) und imavGxaaiQ (429 c), nQ0xa&8t>s<s&cu (432 d). Aber so wenig wie Pseudo- Aristeas trotz aller Ziererei den Barbaren verleugnen kann (Schmidt Aristeas S. 9), so wenig kann es Artapanos. Ganz ungriechisch ist die Anwendung von dno%8vovv xiva für 0Jemanden! entfremdet sein5 (433 b), v71e%8a&ca (nicht vniGyvsla&ai) für 0übergeben5 (433 ^)^xaxdßaaig für 0Ueberschwemmung5 (435 c)15 und was dergleichen mehr ist. — Noch entschiedener vielleicht als diese sachlichen und sprachliehen Uebereinstimmungen ist es der gleiche sittliche Standpunkt der zwei Schriften, der die Identität ihrer Verfasser bezeugt. Es gehörte eine eherne Stirne dazu, 0Heliopoliten5 einen der Bibel genau nacherzählten Bericht, ägyptischen Priestern Angaben in den Mund zu legen, die aller ägyptischen Ueberlieferung und Ueberzeugung