Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 59)
- Language
- German
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161 erfand und eigenes Land den Priestern vorbehielt, das Reich den Königen gesichert habe. Diodor erklärt, dass durch Zerlegung des Landes in kleine Bezirke und durch Absonderung derselben nach eigenen Culten die Aegypter nicht mehr sich vereinigen und Eines Sinnes gegen ihre Könige sich wenden konnten. Die Erzählung des Diodor aber wird wiederum durch Artapan ergänzt, der auch auf die Scheidung des Yolkes in die Priester- und andere streng gesonderte Kasten hinweist. — Vieles hat Artapan gegen die von Griechen und Aegyptern ausgestreuten Unwahrheiten geschrieben und zum Th eil erdichtet. Von Manetho bis auf Apion und Tacitus herab lassen die Feinde des jüdischen Volkes dasselbe aus der Hefe des ägyptischen Volkes hervorgehn (vgl. Jos. c. Ap. I 26. 32. H B; Diod. I 28 und viele Andere). Darum hebt Artapan besonders hervor, dass die Juden aus 0syrischem Lande3 sind und von Abraham dem Palästiner abstammen (fr. 1. 2). Moses ist nach Manetho (c. Ap. I 26. 28) ein ägyptischer Priester, nach Artapan das Kind jüdischer Eltern, das die kinderlose Merris nicht etwa adoptirt, sondern unterschiebt (432 a). Nach Manetho und Anderen war Moses sammt einer zahlreichen Volksmenge eines bösen Aussatzes wegen von den Aegyptern vertrieben worden (c. Ap. I 26. 28. 34); nach Artapan ist Moses der bewunderte Lehrer, Berather und Feldherr der Aegypter, und gerade König Chenephres stirbt am Aussatz (434b). Von allen Seiten hiess es, die Juden seien Verächter der heidnischen Götter und Menschen (Man. bei Jos. das.; Jos. Ant. IH 7, 7; Diod. XXXIV 1; Tac. hist. V 5). Um diesem Vorwurfe die Spitze abzubrechen, mussten ägyptische Priester selber in Moses den Gründer ägyptischer Götterverehrung und den grössten Wohlthäter der Menschfielt erkennen. Judenfeindliche Griechen hatten den Israeliten vorgeworfen, niemals habe es grosse Männer unter ihnen gegeben, nie sei eine Erfindung von ihnen ausgegangen (Jos. c. Ap. H 12): darum wird von Artapan auf Abraham, Joseph und Moses hingewiesen, und diesen werden gerade die allernützlichsten Erfindungen zugeschrieben. Nach Herodot (II 104) und Diodor (I 55. HI 32) kann es kein göttliches Gebot sein, wenn die Juden die Beschneidung üben, da sie wie andere Völker diese Sitte erst von den Aegyptern gelernt haben sollten (s. Jos. c. Ap. I 22; Cels. bei Orig. I 17 Sp.): darum muss Artapan das Verhältnis umkehren und Aegypter wie Aethiopen auch hierin zu Schülern Moses’ machen (433a). Man 5