Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 58)
- Language
- German
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160 Den grössten Theil seiner Angaben muss Artapanos griechischen Schriften über Aegypten, deren es eine unendliche Zahl gab, entnommen haben. Nur aus solchen erfuhr er, dass Orpheus und Musäos in Aegypten gewesen seien (Diod. I 23. 92. 96), der letztere also wohl mit seinem Moysos verglichen werden konnte. Dass Aegypten in 36 Nomen getheilt sei, berichtet er (432 b) in Uebereinstimmung mit Diodor I 54• Strabon XVII 787, während diese Zahl von den Denkmälern nicht bezeugt wird (Brugsch G. J. I 93). Seine Angabe, Isis sei die Erde (435 d), ist die vieler griechischen Rationalisten (Diod. I 12. 13; Plut. de Is. 32. 57; Serv. zu Yerg. Aen. VIII 696). Seine Meinung, dass der Grund für die Verehrung der Thiere ihre Nützlichkeit sei; dass der Ibis wegen der Schlangenvertilgung, der Apis wegen seiner Brauchbarkeit als Pflugthier verehrt werde (432 d. 433 b), stimmt genau mit Herodot (II 75) und Diodor (I 21. 87 f.). Auch einige denen des Artapanos (432 d) ־*) ganz entsprechende Geschichtchen, dass die heiligen Thiere Rettung im Kriege gebracht und deshalb verehrt worden seien, berichten Diod. I 86. 88. Plut. de Is. 72. Doch mehr noch als diese Einzelheiten, beweist der gesammte Euhemeristische Zuschnitt der Artapanischen Darstellung, dass dem Verfasser geschichtliche oder philosophische Schriften dieser Riehtung zugänglich gewesen sind. In der That findet sich an Einer Stelle eine fast wörtlicheUebereinstimmung zwischen Artapanos (432 b) und einer solchen Quelle des Euhemeristen Diodor (I 89), welche Stellen sich gegenseitig ergänzen. Artapanos, wie er von Alexander verkürzt worden, ist unverständlich, wenn er angiebt, dass Moses, indem er den Staat in 36 Nomen theilte und jedem Nomos einen besonderen Gott zutheilte, indem er ferner die Hieroglyphenschrift ־״) Die Erzählung von der Einführung des Ibisdienstes im Feldzuge gegen Aetliiopien ist von Alexander sehr gekürzt worden und muss aus Josephus (Ant. II 10, 2), der demnach Artapan’s Originalschrift oder eine vollständigere Bearbeitung derselben vor sich gehabt hat, ergänzt werden. Flur durch Vergleichung von Josephus erklärt sich die jetzt unverständliche Stelle (433 b), dass *Cheneplxres, um Moses’ Rathschläge (ß7uvor\[Laza) zu verheimlichen, die von Moses geheiligten Thiere habe begraben lassen5. Moses hat — nach Josephus — den bewundernswerthen Gedanken (v08l GTQcczriyrifia d'av^iaGzov), Ibisse mit nach Aetliiopien zu nehmen, welche die dort hausenden Schlangen vertilgen und dadurch den Sieg ermöglichen. Darum hat er sie — nach Artapan — für heilig erklärt. Zurückgekehrt würden die lebendigen Thiere das Volk immer an Moses’ Klugheit erinnern; darum lässt sie der König den Augen des Volkes entziehen (433 b).