Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 54

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 54)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2720904-2720963--053-2722849
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

156 ׳ der Scharfsinn der Forscher oftvergebens sich abmülit, auf dem Boden einer aus tausendjährigen Gräbern neu erstandenen Wissenschaft festen Fuss zu fassen. Wie oft aber ist in den letzten Decennien von Deutschen, Engländern und Franzosen aus den Hieroglyphen die Geschichte des biblischen Moses zu schreiben wenigstens versucht worden! Hätten wir ein Recht-, die Ergebnisse dieser neueren Forschungen hier zu benutzen, so würde noch mancher Vergleichungspunkt zwischen Artapanos und alt-ägyptischen Berichten sich ergeben. Dürften wir z. B. auf Grund der Untersuchungen Lauth’s (Moses der Ebräer Münch. 1866) Moses mit dem cSotem MesuJ und einem cMohara betitelten Manne für identisch halten, über die in Papyros Vielerlei berichtet wird, so wären der Beziehungen zwischen diesen und dem Moses des Artapanos noch viele andere gefunden. Denn sowohl von dem hohen Ansehen des Mannes unter den ägyptischen Schriftgelehrten (Lautli S. 49 f.), wie von den Anfeindungen, denen er ausgesetzt war (Lauth S. 17 f.), wie endlich von seinen Reisen und Kriegszügen (Lauth S. 25 f. 52 f.) wird manches überraschend Zusammenstimmende erzählt. Und wie glücklich wäre jeder jüdische Hellenist gewesen, dem ein ägyptischer Interpret einen Mesu-Moses aus uralten Papyros und Inschriften nachgewiesen hätte, durch diese unantastbaren Zeugnisse die vielbestrittenen Nachrichten der Bibel zu bekräftigen und die Verläumdungen der Judenfeinde zu widerlegen! Denn ebensosehr seine Stellung am Königshofe, wie seine geistige Bedeutung, wie seine frühe Lebenszeit ward von ihnen in Frage gestellt. Aber alle diese Untersuchungen sind zu schwankend und zu strittig, als dass sie zur Begründung des hier Behaupteten benutzt werden dürften. Unbestreitbar dagegen ist, dass sich bei Artapanos in Anklängen an die Hyksössage Spuren einer alten Ueberlieferung zeigen, die weder auf Deutung der Bibel, noch auf Reminiscenzen an Manetho beruhen können. Artapanos berichtet, dass zu verschiedenen Zeiten semitische Stämme in Aegypten eingedrungen sind und sich dort sesshaft gemacht haben. Nach Abraham's Abzug aus Aegypten sollen schon 'Viele von denen, die mit ihm zusammen dorthin gezogen waren, wegen der Glückseligkeit des Landes dort geblieben sein (fr. 1). Sodann wird Joseph nach Aegypten nicht verkauft, sondern von verwandten Araberstämmen auf seine eigene Bitte hinabgeiuhrt (fr. 2. 429 c). Darin erblickt Ewald (13 588)c eine Vorstellung, welche am deutlichsten einen Zusammenhang Josefs

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.