Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2720904-2720963--052-2722848- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
155 den Leichnam der Merris-Isis nach Meroe gebracht, die Stadt ihr zu Ehren erbaut und benannt (433 d); denn die Namen stimmten, und in Meroe ward die Isis verehrt (Strabon XVII 822); ja das ganze, südlieh von Assuan gelegene, Aegypten unterworfene Land war von den Ptolemäern ihr geweiht worden (Brugseh G. J. I 69. 100). Zu diesem aber rechnet Artapan sicherlich und vielleicht auch die Denkmäler (Brugseh das. 106) Meroe. Zudem findet sich auch bei Diodor (I 22) die Ansicht ausgesprochen, Isis sei an der Grenze Aethiopiens begraben. — Töt-Hermes ist ferner Erfinder der Schrift (Diod. I 16; Phil. Bybl. bei Euseb. pr. ev. I 9. 31 d. 36a; Cic. nat. deor. HI 22), der Kunst und Wissenschaft (Diod. I 16. 43; Plut. de Is. 3): darum legt Artapan ein Gleiches seinem Moses bei (432b). Jener ist Urlieber ägyptischer Götterverehrung, Schreiber der priesterlichen und gottesdienstlichen Bücher (Diod. I 20; Clem. str. VI 757): darum muss auch nach Artapan Götterdienst und Thierverehrung aut‘ Moses zurückgehn. Das heilige Thier des Tot ist der Ibis (Herod. II 67; Apion bei Aelian n. a. X 29; Horapollon I 14 Leem.): darum soll Moses die Verehrung des Ibis in Hermopolis anbefohlen haben (432 d). Diese Stadt aber ist cdie Wohnung des TöF (Brugseh das. I 219) : Artapanos lässt sie daher von Moses erbaut sein (432 d). Dem Wirrkopf war aber mit der Vereinigung des Gottes, Heros und Propheten noch kein Genüge geschehen, Moses ward auch ein ägyptischer Feldherr. In Inschriften und Papyros wird häufig Prinzen aus königlichem Hause der Titel cKönigssohn von Kusch3 gegeben, und noch heute findet sich in der Nähe von Assuan ein Felsen mit der Inschriftf Messu (oder Mesu griech. Mmerrjg), Königssohn von Kusch3. Dieser ägyptische Moses ist lange Zeit Gouverneur vonAethiopien gewesen; er hat unter Ramses H und Menephta gelebt, war also ein wirklicher Zeitgenosse des biblischen Moses (Brugseh Hist. d’Egypte 1173). Diese oder ähnliche Inschriften, die von den Kriegszügen eines Aahcmes gegen Aethiopien berichten (Brugseh das. p. 86 f.), von ägyptischen Dolmetsehen jüdischen Hellenisten mitgetheilt, scheinen Veranlassung zu der zuerst bei Artapanos, häufig von Späteren berichteten Sage gegeben zu haben, die Moses gegen die Aethiopen ziehen und in einem langwierigen Kriege sie besiegen lässt. Eine solche Combination ist wenigstens nicht verwunderlicher bei einem Schriftsteller, zu dessen Zeit einzelne Priester noch eine lebendige Kunde der alten Hieroglyphenschrift besassen (Tac. annal. H 60), als sie es heute ist, da