Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 52

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 52)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2720904-2720963--051-2722847
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

154 (432 c) 5 so ist auch Moses Hermeneut des göttlichen Willens (Exod. 4, 12 f. 20, 19). Wie die heiligen Schriften der Aegypter sammt und sonders auf Hermes־T6t zurückgeführt wurden (Jambl. de myst. VHI 1; Lepsius Chron. d. Aeg. I 40), wie Tot cder Bücher- Schreiber des grossen Neungötterkreises* heisst (Brugsch Geogr. Inschr. I 220), so ist ja auch das Grundbuch der heiligen Schritten Israel’s das Werk Moses’. Beide sind Lehrer der Gerechtigkeit, beide Gesetzgeber ihres Volkes (Diod. I 94; Pint, de Is. c. 61; Ael. var. hist. XH 4; Cic. nat. deor. IH 22). Es genügten im Alterthum geringere Berührungspunkte, um zwei Sagenkreise mit einander zu verbinden, um z. B. Kronos in Bel, Mars in Moloch, Dionysos in Osiris, Faunus in Pan zu entdecken. — Bei der Verschmelzung von Töt mit Moses wirkten aber noch andere Gründe mit. Zu einer solchen bedurfte es für einen Artapanos blosser Kenntniss des so häufigen Namens Töt-mosis; denn wenn er den zweiten Theil des Wortes als einen Eigennamen ansah und nicht in der wahren Bedeutung 'Sohn* erklärte, so war die Identität von Tot und Moses gefunden. Als Urform des biblischen Namens sieht übrigens Ewald (I3 559) Totmosis an, und mit Amosis verwechselt Töt-mosis auch Synkeilos (117, 17. 233, 3). Geringere Namensähnlichkeit genügte, um sodann Mwvaog in Movaaloc, den sagenberühmten griechischen Sänger, zu verwandeln (432 a). Diese Verquickung des Ungleichartigsten ward dadurch erleichtert, dass nach Euhemeristischer Ansicht Töt-Hermes um* ein trefflicher, weiser Mensch war, der erst nach seinem Tode göttlich verehrt wurde. Darum konnte denn Moses in dem träumerischen Gehirn eines hellenistischen Synkretisten sehr wohl zugleich Gesetzgeber Israel’s, Gott Töt Aegyptens und ein Heros Griechenlands werden. — In diesen Weichselzopf sind nun die meisten Angaben Artapan’s verflochten. Moses ist ihm zunächst der Pflegesohn der Morris oder, wie sie Josephus (Ant. H 9, 5) nennt, der Thermuthis, in welcher längst die Isis erkannt worden ist (Lauth Moses d. Ebräer S. 66; Brugsch G. J. I 237). Auch Artapan giebt an, cMerris werde von den Eingeborenen nicht weniger als die Isis verehrt* (433 d), und dasselbe berichtet Synkellos über einen dritten Namen für Morris: <Vaqiri (227, 3. 228, 1. 237, 7). In die Verbindung mit Isis aber setzte Artapanos seinen Moses, weil Töt mit ihr verbunden wird, bald als Gemahl (Brugsch G. J. I 220), bald als Vater (Plut. de Is. 12), bald als Rathgeber und Erzieher (Diod. 117. 27). Darum hat Moses auch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.