Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 51)
- Language
- German
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153 Orpheus, Aristeas und Phokylides die ihnen angediehtefcen Werke abgefasst haben. Warum nun aber gerade der Name Artapanos der Schrift vorgesetzt wurde, lässt sich nicht sicher bestimmen. Yielleicht gerade darum, weil, soviel wir wissen, nie ein Jude diesen ursprünglich persischen Namen geführt hat. Vielleicht hatte der wahre Verfasser die Fiction gewählt, einem in Aegypten wohnenden Perser die Geschichte Israel’s von ägyptischen Priestern erzählen zu lassen, der nun seinerseits Mancherlei aus den Ueberlieferungen seines Volkes hinzufügen konnte. Doch nothwendig ist diese Annahme nicht* denn es sind persische Namen auch bei Aegyptern in Gebrauch. Heisst doch sogar ein Priester der Isis Mi&ocxg (Appul. metam. XI ‘800 Oud.), und andere persische Namen nennt Aeschylos (Pers. 37. 38. 308). Niemand wird in einer Trugschrift, wie sie hier geschildert worden ist, neue Aufschlüsse über israelitische oder ägyptische Geschichte suchen; doch ist nicht zu verkennen, dass viele von ihren wirren Angaben aus ursprünglich reiner Quelle geflossen sind, die nur durch den Fälscher arg getrübt worden ist. Der Kern des Sagengemenges ist die Gestalt Moses’. Ihn schildert Artapan, der angenommenen Maske gemäss, wie ein ägyptischer Priester es thun würde, der, mit trefflicher Kenntniss der altägyptischen Ueberlieferungen und guter hellenistischer Bildung, aus der Bibel soviel entlehnen wollte, als seinem Stande und dem Interesse der Juden angemessen schien. Darum wurde Moses zunächst mit Hermes*) identificirt, wobei vielfache Vergleichungspunkte maassgebend gewesen sein können: zunächst die Aehnlichkeit des von der Bibel über ihn Berichteten mit den Hermes-Totsagen. Wie Hermes cHermeneut3 der Götter ist *) Wie Moses in der Priestersprache ^Eq^itjs, so sollen auch die Judäer ägyptisch *Equlov&i 'Eßgatoi aber nach Abraham dem 'Ebräer’ (Gen. 14, 13) heissen und 9IovSctiot von den Griechen genannt werden (420 a). *Equiov# ist also von dem erfindungsreichen Artapan einmal gewählt, weil es die Judäer als 'Mosaiten* bezeichnet und ägyptischen Klang hat, sodann weil es für ארם יהודה gelten konnte, das, nach der Analogie von ארם דמשק , אד□ צובה und Aehnlichem gebildet, nach Brugsch (G. J. II 76) nicht anders ägyptisch geschrieben werden durfte. Vgl. das oft besprochene Judh Malk (Brugsch das. S. 62). Man darf aber auch daran erinnern, dass 3Aga^aloL mit *Ege!ußol, 3Agificuoi, :’Aqiisvlql (also 'Egft10v& näher kommenden Worten) von Poseidonios für identisch gehalten wurden (Strabon I 41 f. XVI 784). Für arabische Stämme hielt auch Hellanikos die homerischen 3Egspß01 (Etym. M. s. v.). Viger (zu Euseb. IX 18) erklärt 'Eq{1lov& für ארם יוד.