Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
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152 der Israeliten durch das rothe Meer beigelegt־*). Im Namen der Memphiten aber wird (486 a) eine Ueberlieferung mitgetheilt, welche zum ersten Male die später so häufig gegebene Erklärung enthält, Moses als der Gegend besonders kundig habe sein Yolk während der Ebbe durch das Meer geführt. Man darf behaupten, dass keine von den plumpen Fabeln, die Artapan über den Ursprung ägyptischer Sitten und Satzungen erzählt, wirklich von ägyptischen Priestern herrührt. Auch der verlogenste Tempeldiener, der willfährigste Fremdenführer würde nicht Dinge ersonnen haben, wie die oben erwähnten (S. 144f.), die dem eigenen Nationalstolz geradezu ins Gesicht schlugen. Vieles ist offenbar der Bibel entnommen. So die Erzählung von Joseph’s Aufenthalt in Aegypten (429 d f.) und von den Wunderzeichen, die Moses geübt (435 b). Es tritt sogar eine — wenn auch in Folge der Verkappung des Schriftstellers sehr vorsichtige — Benutzung der LXX oft unverkennbar hervor 14. Aber wenn so unter der Maske die wahre Gestalt des Verfassers zum Vorschein kommt, ist das weniger bei den übrigen von jüdischen Hellenisten verfassten Pseudepigraphen der Fall? Ist der eigentliche Ursprung der Sibyllinen, der unechten Orphischen Gedichte, des untergeschobenen Aristeasbriefes weniger kenntlich, als der der hiesigen Bruchstücke? Es wäre denkbar, dass Artapan durch geschickte Einführung von Nichtägyptern Einzelnes, was er nicht wohl im Namen heidnischer Priester sagen konnte, Juden in den Mund gelegt habe, wie das ja auch Pseudo-Aristeas zu thun pflegt. Aber nothwendig ist diese Annahme nicht; denn dass Artapanos verwegen genug war, echt biblische Berichte für ägyptisch auszugeben, zeigt die eben erwähnte angebliche Erzählung der Heliopoliten über den Durchgang der Israeliten durch das Meer, die nicht von ägyptischen Priestern herstammt, sondern vollständig der Bibel nachgeschrieben ist. — Aus alledem folgt, dass wir es hier mit einer Trugschrift zu thun haben, soweit der Inhalt derselben in Betracht kommt, und da dergleichen verwegene Erfindungen nicht in eigenem Namen vorgetragen zu werden pflegten, so scheint auch der Name Artapanos ebensowenig der des Verfassers zu sein, wie *) 486b: *HXL0v7t0%lzag 8s Xsysiv — 68ov tcoqsvsgO’cu. Soweit muss sieb der angeblicbe Bericht der Heliopoliten erstrecken, da sonst ein Gegensatz zu der vorher erwähnten Erzählung der Memphiten nicht vorhanden wäre.