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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 47

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 47)
Language
German
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IRI
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149 Grundstock von Erzählungen, der bei einem Chäremon (c. Ap. I 32 f.), Lysimachos (das. I 34 f.) und anderen Judenfeinden durch Hass und Leichtfertigkeit ins Fratzenhafte verzerrt worden ist. Yon altägyptischen Ueberlieferungen, die in einem den Juden günstigen Sinne sich aussprach en, ist heute in den Schriften heidnischer Autoren Nichts nachzuweisen. Auch ist dergleichen nicht zu erwarten, da die feindliche Gesinnung der Aegypter gegen die Juden vielfach bezeugt wird (Philon II 521, 32 und sonst, Jos. c. Ap. I 13. 25). Was aber Hekatäos der Abderit (Diod. XL 3) und ihm folgend Strahon (XYI 760 f.) Wohlwollendes erzählen, muss als Milderung des aus feindlichem Lager Stammenden und als Ausgleichung desselben mit jüdischen Berichten angesehen werden. Häufiger finden sich lieberlieferungen ägyptischer Farbe und judenfreundlicher Gesinnung in jüdischen Kreisen. Allerdings ist nur der kleinste Theil von dem, was als Erweiterung der biblischen Erzählungen über die Beziehungen Israel’s zu Aegypten in hellenistischen und hebräisch geschriebenen Aufzeichnungen sich vorfindet, aus echt ägyptischen Quellen geflossen. Wohl Nichts von dem, was bei den LXX derar tiges sich findet, ist den Schriften oder den Sagen der Aegypter entlehnt, sondern Deutung des Bibelwortes, wie sie aus der Kunde ägyptischer Verhältnisse hervorging, die den ägyptischen Juden aus tausend Quellen zuströmte. Nicht anders verhält es sich mit all den Ausschmückungen und midraschartigen Erzählungen, die in späteren Schriften in Menge auftreten*). Nur bei Flavius Josephus findet sich hie und da (z. B. Ant. H 9f.) Einzelnes, das weder den Werken judenfeindlicher Aegypter noch jüdischer Dichtung allein entnommen sein kann. Doch ist fürerst beim Mangel jedes Citates nichts Näheres über den Ursprung dieser Berichte festzustellen. Um so bedeutsamer aber ist jene merkwürdige Stelle des Aristeasbriefes, deren schon oben (S. 142) Erwähnung gethan worden ist und die besagt, dass der angebliche Verfasser des Briefes eine Schrift über die Juden von ägyptischen Priestern empfangen habe. Es bedarf keines Beweises, dass diese Schrift den Juden günstig lautete; sonst würde der über *> LXX Gen. 10, 13. 14. 41, 45. 45, 10. 46, *28. Exod. 1, 11. *28, *26. und Aehnliches beiHody (a. a. 0. p. 110f.); Gesenins D. Proph. Jes. II 60; Sapienz 16, 16f; Ezekielos bei Euseb. pr. ev. IX *29. 444b f.; Philon in den Lebensbeschreibungen Joseph’s und Moses’; Sib. IV 7*2f.; testam. Jos.; Hieron. in den quaestiones zur Genesis; Talmud, Midrasch und Targume an den verschiedensten Stellen.

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